Exklusiv: José Mourinho im Interview

»Wir haben Loddar nicht vergessen«

Was passiert, wenn Lionel Messi, Diego Maradona und Paul Gascoigne zusammen in einem Team spielen? Wir haben nachgefragt bei José Mourinho, Trainer des englischen Sechstligavereins Farnborough FC.

Am Donnerstag berichteten wir über den englischen Sechtsligisten FC Farnborough, der seit dieser Woche Spielern wie Lionel Messi, Diego Maradona oder Franz Beckenbauer auf der Kaderliste stehen hat. Wir schickten prompt eine Interview-Anfrage an George Best und Lothar Matthäus, die ebenfalls Teil des FC Farnborough sind – beide waren allerdings verhindert. Man bot uns ein Interview mit José Mourinho an. Wir sagten zu.

José Mourinho...
Sie können mich Spencer Day nennen.
 
Aber wir können Interviews nicht jeden Tag mit »José Mourinho« beginnen.
Nun, gut. Ist auch okay.
 
José Mourinho, was ist Ihr Plan mit dem Farnborough FC? Der direkte Durchmarsch in die Premier League?
Nun, auch in der sechsten Liga müssen wir von Spiel zu Spiel denken. Und das nächste findet am Samstag gegen Chelmsford City statt,
 
Es soll bereits Streit in Ihrer Mannschaft gegeben haben.
Woher haben Sie das?
 
In einer englischen Zeitung steht, dass Diego Maradona und Pelé gestritten haben, wer die Nummer »10« trägt.
Das waren nicht nur Maradona und Pelé. Wir haben ja etliche potenzielle Zehner in der Mannschaft. Fragen Sie mal Lionel Messi. Oder Lothar Matthäus.
 
Sie sind ja stressresistent. Zumal Sie mit Alex Ferguson und Terry Venables erfahrene Männer als Co-Trainer und Zeugwart haben.
Das stimmt. Gute Jungs.
 
Neben Maradona und Pelé haben Sie Paul Gascoigne, John Terry, Gerry Lineker, Cafu und Johan Cruyff in Ihrem Kader. Wie motiviert man satte Altstars für die sechste Liga?
Jetzt mal im Ernst...
 
Wir sind ernst.
(lacht) Also, die Entscheidung, dass wir für die kommende Saison andere Namen annehmen, fiel vor etwas mehr als einer Woche. Unser neuer Sponsor, der ziemlich viel Geld in den Klub investiert, schlug uns diese Idee vor. Wir haben daraufhin eine Liste von großen Fußballernamen ausgehängt und jeder unserer Spieler durfte sich einen aussuchen.
 
Und dann wollte jeder Lionel Messi oder Diego Maradona sein?
Nein, überhaupt nicht. Die Jungs sind mit ihren Namen alle zufrieden – ob George Best, Paul Gascoigne, Franz Beckenbauer oder Lothar Matthäus. Dazu muss man auch sagen, dass die Jungs sich bei der Namenswahl an ihrer Position und dem Spielertyp orientiert haben. Dabei gab es auch das einzig wirklich Problem: Roberto Carlos. Wir haben nämlich zwei gute linke Verteidiger, beide mit Offensivdrang, beide Freistoßmaschinen. Am Ende setzte sich Oliver Treacher durch. 

Wie sind Sie zu Ihrem Namen gekommen?
Ich bin Fan vom FC Chelsea und Mourinho ist mein Lieblingstrainer, ganz einfach.
 
Welche Position spielt denn Matthäus: Mittelfeld oder Libero?
Defensive.
 
Es gibt also einen Matthäus-Fan in Ihrer Mannschaft.
Ja, wieso denn nicht? Er ist ein Idol für viele Jüngere. Ein großartiger Spieler, der vor allem während der WM 1990 überragend war. Die Jungs haben Loddar nicht vergessen. 
 
Am Ende ist Ihnen ein großer PR-Coup gelungen. So breit und ausführlich wurde vermutlich noch nie über Farnborough berichtet.
Absolut. Wir bekommen Anfragen aus aller Herren Länder. Die Leute freuen sich über die Aktion. Und die Spieler glauben mehr denn je an sich.
 
Spencer...
Nennen Sie mich José (lacht)...
 
José, hat sich eigentlich der echte José Mourinho schon gemeldet?
Das darf ich Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Nur so viel: Es gibt ein paar Spieler von dieser Liste, die sich bei uns gemeldet haben und die Aktion sehr gelobt haben. Ich glaube, sie fühlen sich geschmeichelt.

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