06.10.2013

Ex-Profi und Pferdezüchter Markus Münch

»Wer mit Pferden arbeitet, ist nie sicher«

Markus Münch spielte für den FC Bayern, Besiktas Istanbul und Panathinaikos Athen in der Champions League. Nach dem Ende seiner Karriere machte er in Köln-Weidenpesch den Trainerschein – und wurde Pferdezüchter, wie er uns in der 11FREUNDE-Ausgabe #142 verriet.

Interview: Thorsten Schaar Bild: Vanja Vucovic

Herr Münch, kennen Sie noch Acatenango, den berühmtesten Galopper der achtziger Jahre?
Klar, das ist so, als würden Sie mich nach Franz Beckenbauer fragen.

Sind Sie denn früher schon in der Sportschau beim »Galopper des Jahres« hängen geblieben?
Ich bin zwar als Kind ein bisschen geritten, aber während der Karriere habe ich keine Zeit mehr gehabt. Im Fernsehen habe ich manchmal die »Telewette« geschaut, das war alles.

Sie hatten also nicht schon länger den Plan, einen Rennstall zu gründen?
Nein, ich wollte nur auf dem Höhepunkt aufhören, und die Zeit bei Panathinaikos Athen in der Champions League war für mich das höchste Level. Als ich dort relativ spontan mit dem Fußball aufgehört habe, gab es keinen Plan B. Die Pferde kamen ein, zwei Jahre später.
Wann sind Sie erstmals mit dem Galoppsport in Kontakt gekommen? Als ich bei Borussia Mönchengladbach spielte, habe ich in Düsseldorf ganz nah am Grafenberg gewohnt. Wenn sonntags kein Training war, bin ich mit meiner Familie immer auf die Galopprennbahn gegangen. Einfach, um eine Bratwurst zu essen und eine gute Zeit zu haben. So um 2002 hat mir ein Freund die Hälfte eines Pferdes geschenkt, damit war ich plötzlich Mitbesitzer. Weil ich damals aber noch Fußball spielte, habe ich Basimah relativ selten gesehen.

Zurück aus Griechenland änderte sich das?
Ja, ich hatte plötzlich viel mehr Zeit, habe das Pferd öfter besucht und war fasziniert, als ich feststellte, dass Galopp ein richtiger Leistungssport ist. Da hat mich der alte Ehrgeiz gepackt, gewinnen zu wollen.

Was mussten Sie erlernen, um Ihren heutigen Job machen zu können?
Ich habe 2006 in Köln-Weidenpesch den ganz normalen Trainerlehrgang besucht. Weil ich keine richtige Erfahrung hatte, habe ich die Kontakte zu Jockeys genutzt, die ich aus meiner Profizeit kannte. Ich habe mir Trainingsquartiere in ganz Europa angeschaut und von jedem Trainer etwas mitgenommen. Ich war auch mit Andreas Schütz befreundet, der später als Trainer nach Hongkong gegangen ist. Sein damaliger Stalljockey Andrasch Starke ist heute das Maß aller Dinge in Deutschland.

Ihr Stall MM-Racing residiert heute auf der Galopprennbahn in Frankfurt-Niederrad. Wie groß ist er inzwischen?
Wir haben mit zwei, drei Pferden in Mannheim angefangen, waren gleich im ersten Jahr unwahrscheinlich erfolgreich und sind immer größer geworden. Im Moment haben wir 32 Pferde im Training, überwiegend junge. Unsere Philosophie ist es, Talente zu entdecken, sie auszubilden und auf größere Events vorzubereiten.

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