15.05.2014

Ex-Fürth-Stürmer Sascha Rösler über die Relegation

»Natürlich ist das Show«

Sascha Rösler weiß, wie man aufsteigt. Mit Ulm, Aachen, Mönchengladbach und Düsseldorf schaffte er den Sprung ins Oberhaus. Wir sprachen mit dem 36-Jährigen über die Unwägbarkeiten der Relegation, den Platzsturm von 2012 und das Duell des HSV gegen Fürth.

Interview: Christoph Küppers Bild: imago

Sascha Rösler, Sie sind bereits viermal in die Bundesliga aufgestiegen. Was ist der Unterschied zwischen einem »normalen« und einem Relegations-Aufstieg?
Es sind zwei völlig unterschiedliche Dinge, wenn der Aufstieg vier Wochen vorher feststeht oder man es erst im letzten Moment packt. Diese beiden Arten von Aufstieg möchte ich nicht miteinander vergleichen.

Was macht den Reiz der Relegation aus?
Alleine die Ausgangslage ist doch spannend: Der 16. der Bundesliga hat meist eine enttäuschende Saison hinter sich, der Dritte der zweiten Liga eine gute. Trotzdem ist die Relegation für beide eine Entweder-oder-Situation: Entweder ich werde zum Helden oder die ganze Saison ist für die Katz.

Trotz der unterschiedlichen Ausgangslage: Spürt man als Zweitligist eigentlich Arroganz von Seiten des Erstligisten?
Ich habe das damals in der Relegation nicht gespürt. Es mag sein, dass der ein oder andere Spieler durchaus an den Klassenunterschied denkt. In der Regel hat der 16. der Bundesliga aber ja keine Glanzsaison gespielt. Arroganz wäre deswegen vollkommen deplatziert. Darüber würde ich eher lachen.

Es heißt immer wieder, der Zweitligist habe eher einen Vorteil, weil er zunächst auswärts ran darf. Ist das tatsächlich so?
Wenn das zweite Spiel im eigenen Stadion stattfindet, ist die Chance vielleicht größer, das Ergebnis umzubiegen. Insgesamt glaube ich aber nicht, dass es ein Vorteil ist. Der Erstligist kann auch schon im Hinspiel alles klarmachen.

Sie standen 2012 mit Düsseldorf gegen Hertha BSC in der Relegation. War es schwer, sich nach dem eigentlichen Liga-Ende noch einmal auf zwei »Endspiele« einzustellen?
Wir wussten, dass sich in diesen Spielen die Saison entscheidet. Bei Ligaspielen hatten wir unsere normalen Abläufe. Die konnten wir vor der Relegation jedoch vergessen. Wenn der Ausgang der kompletten Saison an diesen zwei Spielen hängt, ist vor allem die mentale Stäke wichtig.

Was hieß das konkret für die Vorbereitung?
Für uns war es ja damals schon ein Erfolg, dass wir überhaupt in der Relegation standen. Das hatte vor der Saison niemand von Fortuna Düsseldorf erwartet. Unser Trainer Norbert Meier hat daher auch wenig geändert. Er hat Ruhe bewahrt und immer wieder gepredigt, dass wir uns nicht verrückt machen sollen.

Wie sind Sie damals selber mit der Situation umgegangen?
Ich habe an nichts mehr anderes gedacht, habe nachts schlecht geschlafen und konnte es kaum erwarten, dass es losgeht. Der Druck ist enorm und das Gefühl nach einem erfolgreichen Aufstieg einfach nur unglaublich. Auch wenn das bei uns ein bisschen abgeschwächt wurde.

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