»Essen, trainieren, schlafen«

Wie läuft das Trainingslager, Lukas Schmitz?

Gähnende Langeweile oder knüppelhartes Konditionstraining – was treiben die Bundesligisten wirklich im Wintertrainingslager? Wir sprachen mit dem Schalker Lukas Schmitz über den Trainingslageralltag im türkischen Belek. »Essen, trainieren, schlafen«Imago

Lukas Schmitz, wie langweilig sind Trainingslager wirklich?

Wir bereiten uns intensiv auf die Rückrunde vor, haben meist zwei Trainingseinheiten und ein straffes Programm. Langeweile kommt also keine auf.

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Wie muss man sich einen Tag im Trainingslager vorstellen?

Im Grunde genommen gibt es nur: essen, trainieren und schlafen. Um 9 Uhr stehen wir auf, bis 9:30 Uhr gibt es Frühstück und um 11 Uhr ist Training. Um 12:30 Uhr ist dann Mittagessen und um 16 Uhr ist wieder Training. Danach gehe ich irgendwann ins Bett. Die beiden Trainingseinheiten stehen im Mittelpunkt und alles andere muss sich dem unterordnen. Da kommt keine Urlaubsstimmung auf.

Verlassen Sie die Hotelanlage nicht auch hin und wieder?

Einen Nachmittag hatten wir frei. Ich habe dann erstmal so richtig lange geschlafen und einen Strandspaziergang gemacht. Um sieben hat sich dann die ganze Mannschaft getroffen und ist zusammen nach Antalya gefahren um zu Abend zu essen. Aber eigentlich spielt sich alles im Hotel und auf dem Trainingsplatz ab.

Bekommen Sie von Belek nichts zu sehen?

Kaum. Außerhalb der Hotelanlage bekomme ich wenig mit. Ich gehe aber mal einfach davon aus, dass es sehr schön ist. Schließlich ist es auch eine beliebte Urlaubsgegend.

Kann man überhaupt Vergleiche zu anderen Trainingslagern ziehen?

Letztes Jahr waren wir in Jerez, Spanien. Das war auch gut, aber hier ist es einfach wärmer, und die Platzverhältnisse sind besser.

Was ist für Sie der Sinn eines Trainingslagers? Tolle Trainingsanlagen haben Sie schließlich auch auf Schalke.

Hier kann man einfach konzentrierter, besser und effektiver arbeiten. Man muss sich um nichts kümmern, ist mit der Mannschaft zusammen und kann sich auf die Rückserie einschwören.



Wächst die Mannschaft im Trainingslager zusammen?

Sicher. Es ist wichtig, die Spieler, mit denen man am Wochenende gegen eine andere Mannschaft kämpft, besser kennenzulernen. Hier können wir viel miteinander machen und die persönlichen Beziehungen pflegen. Man sitzt zusammen, quatscht ein wenig, oder geht nach den anstrengenden Trainingseinheiten zusammen in den Spa-Bereich.

Viele andere Teams sind auch in Belek. Die Mannschaften von Greuther Fürth und dem MSV Duisburg waren sogar bei Ihnen im Hotel. Trifft man sich hin und wieder?

Ich kenne den einen oder anderen Spieler aus Fürth, da trifft man sich schon und quatscht miteinander, trinkt einen Kaffee. Die Stimmung ist ganz schön. Gerade Mike Büskens (aktuell Trainer in Fürth, d. Red.) mal wieder zu treffen war toll. Wir kennen uns schon länger und haben ein wirklich gutes Verhältnis.  

Neben anderen Teams sind auch viele Fans im Ort. Gerade dem FC Schalke dürften viele hinterher gereist sein...

Einige Fans verfolgen regelmäßig unsere Trainingseinheiten. Es ist toll, dass uns so viele hinterher reisen. Man kann aber im Trainingslager nicht immer auf alle Wünsche der Fans eingehen, sondern muss konzentriert arbeiten.

Sind Sie genervt von den Fans?

Nein, überhaupt nicht. Es ist schön zu sehen, dass selbst bei Freundschaftsspielen auf kleinen Anlagen ohne richtige Tribüne ein paar hundert Schalker Fans mit dabei sind.

Wie ernst nehmen Sie diese Testspiele?

Jeder Spieler muss diese Spiele nutzen um den Trainer davon zu überzeugen ihn beim nächsten Pflichtspiel nicht auf die Bank zu setzen. Deswegen ist in den Spielen immer richtig Feuer drin. Gerade wenn man so einen großen Kader hat wie wir.

Schalke reist erst am Freitag zurück. Am Samstag beginnt für Sie der Rückrundenauftakt. Ist das nicht etwas knapp?

Ich bin auch noch nie einen Tag vor Rückrundenstart zurück gereist, aber ich glaube nicht, dass wir deshalb Probleme bekommen.

Sie fürchten keinen Kälteschock?

Nein. Aber wo Sie grad vom Fürchten sprechen. Ich fürchte mich davor, dass ich eine Strafe zahlen muss, wenn ich jetzt nicht Schluss mache und deshalb zu spät zur Behandlung komme.

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