Erwin »Jimmy« Hoffer über seinen Ex-Klub SSC Neapel

»150 Tore? Mal abwarten!«

Erwin »Jimmy« Hoffer spielt zwar aktuell für Eintracht Frankfurt, steht aber noch beim SSC Neapel unter Vertrag. Vor dem heutigen Spiel Neapel-Bayern sprachen mit ihm über Diego Maradona, Edinson Cavani und Kirk Douglas. Erwin »Jimmy« Hoffer über seinen Ex-Klub SSC NeapelImago

Erwin Hoffer, Sie wissen wie man für den SSC Neapel ein Tor schießt.

Erwin Hoffer: Eins habe ich gemacht, das stimmt. Gleich in meinem ersten Pflichtspiel im August 2009. Wir gewannen in der Coppa Italia 3:0 gegen Salernitana Calcio 1919.

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Wissen Sie auch, wie man gegen den FC Bayern ein Tor schießt?

Erwin Hoffer: Rezepte gibt es im Fußball nicht. Mich hat auch niemand aus Neapel für irgendwelche Ratschläge angerufen. Und letztendlich reicht es doch, wenn Edinson Cavani weiß, wie er gegen die Bayern treffen will.

Der Erzbischof von Neapel sagte kürzlich, dass Cavani in dieser Saison 150 Tore schießen wird. Was glauben Sie?

Erwin Hoffer: (lacht) Klingt gut. Und ich bin mir sicher, dass er viele Tore machen wird. Aber 150? Warten wir mal ab.

20 Jahre nach Maradona hat Neapel scheinbar seinen neuen Helden gefunden.

Erwin Hoffer: Als ich im Sommer 2009 von Rapid Wien zum SSC Neapel wechselte, war Diego Maradona noch allgegenwärtig, in den Köpfen der Fans, im Gedächtnis des Klubs, auf Plakaten, an Wänden, überall. Maradona ist dort ein Gott. Und das wird sich auch nicht ändern. Mit Cavani scheint es nun zumindest jemanden zu geben, der die Fußstapfen ein wenig füllen kann.

Sie sind damals für 5,5 Mio Euro zum SSC Neapel gewechselt. Es war die höchste Ablösesumme, die bis dato für einen österreichischen Spieler gezahlt wurde. Spürten Sie großen Druck?

Erwin Hoffer: Überhaupt nicht. Ich wurde herzlich empfangen. Die Fans, die Mitspieler, der Trainer, die Presse – alle waren gut zu mir.

Welche Rolle spielt denn der Präsident Aurelio De Laurentiis? Über Sie sagte er einmal: »Der Hoffer hat ein Profil wie Kirk Douglas.«

Erwin Hoffer: De Laurentiis ist einer, der gerne offen auf die Leute zugeht. Der spricht gerne in Filmmetaphern, vergleicht aiuch mal Spieler mit großen Schauspielern. Er kommt ja aus der Filmbranche.

Es heißt, erst durch De Laurentiis wurde der SSC Neapel wieder attraktiv.

Erwin Hoffer: Das mag stimmen. Lange Jahre war der Klub in der Versenkung verschwunden, er war quasi nicht-existent. Dann aber kamen die ersten kleinen Erfolge zurück. Doch erst 2007 kehrte Neapel in die Serie A zurück. Innerhalb von vier Jahren hat De Laurentiis dem Verein ein neues Profil gegeben. Die Fans haben das honoriert, das Stadion ist fast immer ausverkauft und die Neapolitaner machen Stimmung wie keine andere Fangruppe in Italien. Der FC Bayern wird das heute zu spüren bekommen.

Haben Sie denn die Hoffnung, eines Tages wieder für den SSC Neapel aufzulaufen?

Erwin Hoffer: Momentan mache ich mir darüber keine Gedanken. Ich bin nun bei Eintracht Frankfurt und hier auch zufrieden.

Sie spüren keine Wehmut, wenn Sie heute Abend den Fernseher einschalten?

Erwin Hoffer: Weil ich dort auch stehen könnte? Nein, überhaupt nicht. Ich freue mich wahnsinnig auf das Spiel. Ich fiebere mit meinen Jungs.

Was ist denn Ihr Tipp?

Erwin Hoffer: 2:1 für Neapel.

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