09.12.2007

Ernst Middendorp im Interview

„Das kann nicht sein“

Nach dem 1:6 gegen Dortmund packen die Verantwortlichen von Arminia Bielefeld mit aller Sorgfalt den Koffer ihres Jahrhundertrainers Ernst Middendorp. Hier - famous last words – sein wohl letztes Interview im Amt.

Interview: Günther Bork Bild: Imago
Ernst Middendorp, einer ansprechenden Vorstellung beim 0:1 gegen Bayern München folgte ein 1:6-Debakel bei Borussia Dortmund. Wie erklären Sie sich diesen Leistungsabfall?

Das war wieder das Gesicht, das wir schon mehrfach auswärts gesehen haben. Wenn ich sehe, wie wir gegen die Bayern aufgetreten sind, mannschaftlich geschlossen und in der Abwehr konzentriert, dann fehlen mir die Worte. Dafür finde ich einfach keine Erklärung.



Aber Dortmund ist kein Einzelfall. Die Auswärtsschwäche zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. 2:28-Tore aus den letzten sieben Gastspielen sprechen Bände.

Da gibt es nichts zu beschönigen. Ich weiß nicht, warum wir die Situation auswärts nicht in den Griff bekommen und nach Gegentoren stets auseinanderfallen. Da sind Abläufe drin, die sind katastrophal und haben mit Bundesliga nichts zu tun.

Was werfen sie konkret Ihren Spielern vor?


Das sie keine Mannschaft sind, jeder spielt seinen Stiefel herunter. Das kann nicht sein.

Sie kennen die Mechanismen des Geschäfts und wissen, dass in solchen Situationen die Trainerfrage gestellt wird.

Das ist mir klar. Doch ich bin nicht mehr bereit, alles auf meine Schultern zu laden. Es ist die Zeit gekommen, in der auch ich konkrete Fragen zu stellen habe.


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