Wollen Sie Ihren Spielern diese Balance zwischen harter Arbeit und Spaß vermitteln?
Das ist auf jeden Fall ein wichtiger Bestandteil. Wenn man die ganze Woche hart arbeitet, kann man es auch besser verkraften, wenn man verliert.
Stehen Sie schon in Kontakt mit den Spielern?
Ich bin gerade auf dem Weg zum Training...
Wie sieht Ihre Philosophie als Sportchef aus?
Ich muss mir zunächst einen Überblick verschaffen, welche Leute wir an Bord haben. Gerne sehe ich junge deutsche Spieler sowie Jungs aus der Region, also auch aus dem Grenzbereich zu Belgien und den Niederlanden. Vor allem aber will ich Jungs sehen, die ihre Ärmel hochkrempeln und erstens stolz sind, dass sie Profifußballer sind und zweitens superstolz, das Wappen von Alemannia Aachen auf der Brust tragen.
Fehlt diese Leidenschaft den Aachener Spielern momentan?
Wir haben einen guten Kader, die Jungs haben alle reichlich Talent. Es sind nur Kleinigkeiten, die zu korrigieren sind. Alemannia und der Tivoli sind fürs Kämpfen bekannt, und das soll auch wieder gezeigt werden.
Wollen Sie den Spielern die »Erik-Meijer-Tugenden« in Einzelgesprächen näherbringen?
Ich werde versuchen, in den nächsten Wochen und in der Wintervorbereitung mit allen Spielern zu sprechen. Ich werde auch viele Tage auf dem Trainingsplatz verbringen, damit ich einschätzen kann, wie sehr sich jeder einbringt. Ich will den Jungs auch zeigen, dass sie nicht alleine sind.
Wird es schon in der Winterpause Verstärkungen geben?
Wenn Sie einen reichen Onkel haben, der uns helfen kann (lacht)... Wir werden sehen, was sich machen lässt.
Zahlreiche Verträge laufen im Sommer aus – die Spieler können sich also ein halbes Jahr bewähren.
So könnte man sagen. Es ist ja so, dass im Sommer wieder ein paar hundert Profis einen Klub suchen werden. Das einzige Motto lautet deshalb: Gas geben!
Trainer Michael Krüger ist für die Umsetzung Ihres Konzepts auf dem Platz verantwortlich. Denken Sie, dass sich Ihre Pläne gleichen oder befürchten Sie Meinungsverschiedenheiten?
Ich kenne den Trainer noch nicht so gut, aber wir werden uns da schon finden. Erst einmal müssen wir uns kennenlernen. Ich will wissen, wie er über die Mannschaft und die Taktik denkt. Ich kann ja nicht sagen, dass wir offensiv spielen, bevor ich weiß, ob wir genügend Stürmer haben.
Die Alemannia ist derzeit Zwölfter der 2. Bundesliga. Was ist in dieser Saison noch drin?
Prognosen gebe ich keine ab. Ich will nur, dass wir wieder das abliefern, wofür wir stehen. Die Leute müssen ins Stadion gehen und sich denken: »Wow! Hier geht’s ab. Gut, dass ich gekommen bin.«