17.12.2009

Erik Meijer über seine Ziele mit Alemannia

»Motto: Gas geben!«

Erik Meijer ist in Aachen ein Held. Ab 1.1. ist er Sportlicher Leiter bei der Alemannia. Wir sprachen mit dem 40-Jährigen über seine Ziele mit dem Verein, Segeltörns in Thailand und die »Erik-Meijer-Tugenden«.

Interview: Johannes Ehrmann Bild: Imago
Erik Meijer, ab dem 1. Januar werden Sie neuer Sportdirektor bei Alemannia Aachen. Eine Herzensentscheidung?

Eine Kombination zwischen Herz und Kopf. Alemannia ist mein Klub geworden, ich bin hier seit 2003 in verschiedenen Funktionen tätig, aktuell im Marketing. Ich musste aber auch meinen Kopf benutzen, um zu entscheiden, ob ich mich im sportlichen Bereich wieder einbringen will, von dem ich ein paar Jahre bewusst Distanz gehalten habe.



Was bewog Sie dazu, das Angebot der Alemannia anzunehmen?

Ein solches Angebot bekommt man nicht alle 14 Tage, schon gar nicht bei der Alemannia. Dazu kommt die Tatsache, dass im Sommer 16 Spielerverträge auslaufen, was bedeutet, dass vieles in meiner Hand liegt. Es wird keine leichte Aufgabe sein, aber die gab es in Aachen sowieso noch nicht so oft (lacht).

Bei jedem x-beliebigen Zweitligisten hätten Sie wohl nicht angeheuert.


Hier in Aachen habe ich die letzten Jahre meiner Karriere verbracht und sehr viel Erfolg gehabt. Dass der Verein mir das Vertrauen gibt, ist ein herrliches Gefühl. Ich werde Vollgas geben, wie man das von mir kennt.

Welche Aufgaben hatten Sie bislang bei Alemannia?

Ich habe dafür gesorgt, dass wir so viel wie möglich Business-Seats verkauft haben, auch um die Werbung im Stadion und Videoanzeigen habe ich mich gekümmert. Wir haben in diesem Bereich einen überragenden Umsatz von fast 9 Millionen Euro geschaffen. Das ist Champions League in der Zweiten Liga!

Bei Ihrem Rücktritt als Profi im Sommer 2006 sagten Sie, Sie wollten sich auch Zeit nehmen, um längere Reisen zu machen. Wo ging’s denn hin?

Ganz oben auf der Liste stand Australien, wo ich mit meiner Frau dann auch mehrere Monate war. Wir haben in den letzten Jahren viele Seiten der Welt gesehen. Reisen macht mir Riesenspaß und ist mein größtes Hobby.

Ein Hobby, das künftig wohl zu kurz kommen dürfte.

Das ist richtig, es wird sich auf einen Zeitraum pro Jahr zuspitzen, wenn ich als Sportlicher Leiter etwas weniger zu tun habe, also wohl irgendwann nach dem Saisonstart.

Für die Öffentlichkeit kam Ihre Verpflichtung überraschend. Wann trat der Klub an Sie heran?

Im November. Ich war gerade auf einem Segelurlaub in Thailand. Das Telefon klingelte nachts um eins. Ich habe erst einmal geantwortet, dass ich so etwas nicht auf einem Segelschiff mitten in der Nacht entscheiden könnte. Nach meiner Rückkehr haben wir uns dann zusammengesetzt.

Ihr Vorgänger Andreas Bornemann konnte sich nicht einmal ein Jahr im Sattel halten. Warum wird das bei Sportdirektor Erik Meijer anders sein?

Ich werde das Rad nicht neu erfinden, aber die Sache natürlich auf meine Weise angehen. Ich bin ein Teamplayer und will deshalb rings um mich auch ein Team formen mit Leuten, die ich fragen kann, wenn ich etwas nicht weiß.

Wie kann man sich Ihre Herangehensweise vorstellen. Als Spieler waren Sie immer der Kämpfer, der mit hundert Prozent Einsatz zur Sache geht...

... aber auch den Spaß nicht vergisst. Ich weiß, wann es ernst zur Sache geht und man hart arbeiten muss, aber auch, wann man feiern kann.

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