Englands größter Dortmund-Fanclub

»Wir träumen von einem BVB-Taxi in London«

Ben McFadyean ist Vorsitzender des BVB-Fanclubs in London. Im Interview spricht er über eine Taxi-Fahrt mit Jürgen Klopp und geschenkte Final-Tickets von Aubameyang.

Privat

Ben McFadyean. Welches Bier bevorzugen Sie und die Mitglieder Ihres Fan-Clubs? Deutsches Pils oder englisches Ale?


(Lacht) Die deutsche Kultur steht ganz weit oben bei uns. Wir gucken die Spiele immer in der »Bierschenke« in London, wo es deutsches Bier und Essen gibt. Das Bier wird meist aus Krügen getrunken. Wenn Dortmund gewinnt, dann trinken wir nachher meist aus einem BVB-Stiefel.  Leider ist das Bier aus Bayern, aber damit können wir leben. Hauptsache Borussia gewinnt, dann schmeckt sowieso jedes Bier.

Wie setzt sich Ihr Fan-Club zusammen?
Wir haben mittlerweile über 300 Mitglieder. Auf der einen Seite haben wir waschechte Briten und Londoner als Mitglieder, denen der BVB in den letzten Jahren sehr ans Herz gewachsen ist. Zum anderen haben wir natürlich auch viele deutschstämmige Mitglieder, die in und rund um London wohnen. Das älteste Mitglied, gleichzeitig unser Ehren-Mitglied, ist 61 Jahre alt. Der Großteil des Clubs ist männlich, aber wir haben auch einige Frauen dabei. Ich würde von einer bunten Mischung sprechen.

Sind die Mitglieder Ihres Clubs ausschließlich Dortmund-Fans oder haben Sie auch einen englischen Verein, zu dem Sie halten?
Wir sind alle Borussia Dortmund-Fans, aber jedes Mitglied ist nebenbei auch Fan eines englischen Vereins. Ich bin zum Beispiel ein großer Anhänger von Aston Villa, habe diese Saison daher nicht so viel zu Lachen. Zum Glück haben wir keinen Tottenham-Fan in unseren Reihen, sodass wir uns heute ohne schlechtes Gewissen auf Borussia konzentrieren können.

Warum ist Ihnen der Fan-Club so wichtig?
Ich habe den Verein vor knapp drei Jahren gegründet. Das war unmittelbar zu dem Zeitpunkt des Champions-League-Finals, welches der BVB damals leider knapp gegen den FC Bayern München verlor. Daraufhin gab es eine große Sympathie-Welle und dann kam mir die Idee, einen Borussia-Fan-Club zu gründen. Seitdem wächst unser Verein stetig weiter, was mich natürlich sehr freut. Ich möchte den BVB-Fans hier die Möglichkeit geben, ihrer Leidenschaft in einem Fan-Club nachzugehen.

Für die bittere Champions-League-Niederlage 2013 gegen die Bayern konnte sich Ihr Fan-Club neulich revanchieren.
Wir haben gegen den FC-Bayern-Fanclub aus London in einem Freundschaftsspiel gewonnen. Es war ein enges Spiel, das erst im Elfmeterschießen entschieden wurde. Wir haben alle unsere Elfmeter verwandelt und die »Red Dragons« haben nur einen reingemacht. Es war ein bisschen so wie im DFB-Pokal-Halbfinale von 2014, nur das diesmal nicht der Rasen schuld war (lacht). Wir haben das dem BVB auch mittgeteilt und daraufhin offizielle Glückwünsche vom Marketingdirektor Carsten Cramer erhalten.


(Bild: Privat)

Ein Lob von höchster Stelle also?
Das war kurz vor dem Aufeinandertreffen von Borussia und den Bayern in der Bundesliga. Er schrieb unter die Glückwünsche: »Hoffentlich schaffen wir das auch.« Leider ging das Spiel dann ja »nur« Unentschieden aus.

Im Gegensatz zu den Profis konnten Sie sich danach dann aber ein gemeinsames Bier gönnen, oder?
Bei aller Rivalität sind wir immer noch eine kleine deutsche Gemeinschaft in London, von daher gehört das gemeinsame Bier nach dem Spiel dazu. Falls es in Zukunft mal wieder zu einem interessanten K.O-Spiel zwischen Bayern und dem BVB kommen sollte, wollen wir das Spiel mit beiden Fan-Clubs zusammen schauen und eine große Party organisieren. Es ist ein friedliches und freundliches Miteinander, auch wenn unsere Herzen natürlich für unterschiedliche Vereine schlagen.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!