15.01.2010

Eishockey-Fan Michael über Kommerz

»Andere traf es härter«

Für manche Fußball-Fans ist die Kommerzialisierung im Eishockey ein warnendes Beispiel. Michael Leinhoß vom Fanbeirat der Eisbären Berlin spricht im Interview um Stehplätze, Eventfans und Klatschpappen.

Interview: Ron Ulrich Bild: Imago
Eishockey-Fan Michael über Kommerz
Herr Leinhoß, im Fußball gibt es bei den Fans Einordnungen wie »Kutten« oder »Ultras«. Ist das im Eisheockey auch zu bemerken?

Es ist alles genauso, nur in einem kleineren Rahmen. Bei uns geht es deshalb etwas familiärer zu. Ultras sind bei uns sehr gut integriert, es gibt da nicht so extreme Unterscheidungen.



Vor wenigen Jahren sind die Eisbären in die eine größere Halle umgezogen. Was hat sich dadurch für die Fans verändert? Mussten die Fans auch um Stehplätze kämpfen?

Zunächst einmal sind die Entscheidungswege länger geworden, da durch unseren Sponsor alles über Amerika läuft. Wir hatten im alten Stadion eine Stehplatz-Kapazität von 3.500. In dieser Größenordnung wollten wir es auch im neuen Stadion gestalten, aber leider mussten wir einsehen, dass die Nachfrage nach Stehplätzen zu gering war. Deswegen haben wir jetzt 2.500 und sind damit zufrieden. Auch bei den Eintrittspreisen haben wir in allen Bereichen die von uns angedachten Ermäßigungen durchgekriegt.

Der Etat eines Eishockeyvereins ist kleiner als der eines Fußballvereins. Nimmt man deswegen als Fan die Kommerzialisierung eher in Kauf?


Der Fan will Spitzensport. Zwei Drittel des Etats wird durch Sponsoring erzielt, da muss man das in Kauf nehmen. Sicher, das Werbeboard stört manchmal, aber im Großen und Ganzen ist die Werbung auf der Anzeigetafel oder auf dem Eis für uns nix Neues. Wir haben damit keine Probleme. Andere Vereine hat es da härter getroffen, die in kurzer Zeit auf Drängen des Sponsors bereits drei Mal den Namen wechseln mussten.

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