»Ein Herz für Absteiger« - Der SC Eilbek II hat die Hoffnung nicht aufgegeben

»Keine Gnade für den Körper«

Ohne Gnade für den eigenen Körper setzen die Mannen des Trainerduos Dennis Houillon und Klaus Pablo Torgau zu Blutgrätschen in Hamburgs Kreisliga 5 an. Mithilfe unserer Aktion »Ein Herz für Absteiger« soll der drohende Abstieg noch abgewendet werden. Ein Gespräch über Scoutingstunden, Krabbenpulen und Schlepphoden.

Klaus Pablo Torgau, Sie stehen als Trainer des SC Eilbek II nur zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz in der Kreisliga 5 Hamburg. Bisher wurde erst ein einziger Punkt aus den ersten sechs Spielen im Jahr 2013 geholt. Ist der Gang in die Kreisklasse überhaupt noch abzuwenden?
Aufgrund unserer individuellen Qualität im Kader glauben wir weiter an den Klassenerhalt. Die Trainingsbeteiligung und -intensität spricht derzeit für uns. Mit unseren 24 Spielern können wir zudem im Saisonfinale auf einen großen Kader zurückgreifen.

Gegen Topteams trumpft Ihre Mannschaft auf, gegen Tabellennachbarn setzt es meist Niederlagen. Warum?
Einerseits liegt es uns nicht so sehr, das Spiel zu gestalten. Als Underdog können wir befreiter aufspielen. Wir passen uns seit Jahren immer dem Niveau der Gegner an und spielen auf Augenhöhe mit, weshalb wir bereits zweimal höherklassige Teams im Pokal schlagen konnten. Gegen schwächere Teams ist das aber ein echtes Dilemma.

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Daheim wird auf dem Ascheplatz gespielt. Scheut Ihre Elf deshalb vielleicht knallharte Zweikämpfe?
Keineswegs! Wir haben einige Spieler, die keine Gnade vor dem eigenen Körper haben und dann auch gerne mal runtergehen. Da haben wir eine gesunde Zweikampfhärte entwickelt, die allgemein in der Liga gefürchtet, uns aber bei den letzten Spielen abhanden gekommen ist. Daher liegt uns der eigene Hartplatz eher als die Rasenplätze bei Auswärtsspielen.

Die Mannschaft ist also psychologisch für den Abstiegskampf gerüstet?
Daran wird es nicht scheitern.

Demnächst wird das Team bei der Krabbenpul-WM antreten. Wie können die Trainer im Abstiegskampf diesen Termin überhaupt rechtfertigen?
Für uns ist das eine traditionelle Veranstaltung. Schließlich darf der Spaßfaktor auch im Abstiegskampf nicht zu kurz kommen. Wir sehen das als erweiterten Mannschaftsabend.

Können mit dieser Einstellung denn Spiele gewonnen werden?
Natürlich! Während der Weltmeisterschaft darf sich das Team austoben, aber am Spieltag stehen wir dann wieder fokussiert und nüchtern vor der nächsten Aufgabe.

Mit Christian Aschik hat der SC Eilbek seit dem Wochenende einen neuen Präsidenten. Ist der Präsidentenwechsel auch der Erfolglosigkeit der zweiten Mannschaft anzulasten?
Nein, natürlich nicht. Zum hundertjährigen Jubiläum sollte der Führungswechsel vollzogen werden. Wir konnten an der Wahl leider nicht teilnehmen, da wir auch an diesem Abend auf dem Platz geackert haben.




Seit einigen Wochen arbeitet ihr als Mitglied unserer Aktion »Ein Herz für Absteiger« mit professionellen Analysetools. Wie lief die Zusammenarbeit mit Fubalytics bisher?
Nach einer kurzen Einführung haben wir den Abstiegskrimi gegen Barmbek II hochgeladen und die einzelnen Szenen statistisch ausgewertet. Wir fanden es sehr interessant, die vermeintlichen Fehler dann auch mal mit Zahlen belegen zu können.

Welche System-Fehler konnten schon ausgemacht werden?
Mich hat es überrascht, wie viele Bälle die einzelnen Spieler gewonnen oder auch verloren haben. Bei einigen Akteuren gab es schon starke Schwankungen zwischen dem ersten Eindruck und den nackten Zahlen. Wir würden daher auch außerhalb dieser Aktion mit dem Programm arbeiten. Verbesserungen versuchen wir nun auf dem Trainingsplatz umzusetzen.

Hat sich der Zeitaufwand für euch dadurch deutlich erhöht?
Eine gewisse Zeit nimmt das natürlich schon in Anspruch, aber dessen waren wir uns bewusst. Wir haben etwa drei Stunden für eine Analyse benötigt, aber das ist ein annehmbarer Zeitaufwand für eine fundierte Spieltagsvorbereitung.

Trifft sich die Mannschaft jetzt jede Woche an der Taktiktafel?
Wir konnten jedem Spieler ziemlich genau aufzeigen, wann und wie er sich in einer Situation falsch verhalten hat. Die Jungs selbst waren vor allem an den Werten gegenüber ihren Mitspielern interessiert. Wir brauchen zwar nicht jede Woche stundenlang vor der Videoschulung sitzen, aber uns als Trainern gibt es einen guten Überblick, um uns punktuell zu verbessern.

Am nächsten Sonntag folgt das schwere Spiel gegen Sternschanze II, die vom rettenden Ufer winken. Was muss getan werden, damit sich der 2:1-Hinspielerfolg wiederholt und die Pleitenserie beendet wird?
Wir haben Sternschanze vor dem Duell gescoutet und versucht Schwächen herauszuarbeiten. Sternschanze spielt noch mit Libero, sodass wir uns offensiv viel bewegen und in die Tiefe fallen lassen wollen, um immer wieder Lücken zu reißen. Wenn wir dann noch ihre linke Offensivreihe in den Griff bekommen, bin ich vom Sieg überzeugt.

Und was hat es eigentlich mit eurem Schlepphoden-Schlachtruf auf sich?
Ach Gott. Den gibt es jetzt schon seit drei Jahren nach einer durchzechten Nacht an der Playstation. Wie so oft, kann eigentlich niemand mehr wiedergeben, warum uns ausgerechnet Schlepphoden motivieren sollen.

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