Ein Bayern-Fan über Klinsmann

»Persönlich beleidigt«

Ulrich Hofmann ist Vorsitzender eines Bayern-Fanclubs. Im Interview spricht er über das gespaltene Verhältnis der Anhänger zu Jürgen Klinsmann, den Ergebnisdruck und die Wahrscheinlichkeit von »Hoeneß raus«-Rufen. Ein Bayern-Fan über KlinsmannImago

Herr Hofmann, wie haben Sie als Fan des FC Bayern die Nachricht aufgenommen, dass der Klub den Trainer Jürgen Klinsmann entlassen hat?

Mit großer Erleichterung, er kam an die Spieler nicht mehr heran. Spätestens nach dem 0:4 in Barcelona war klar, dass sein Konzept nicht aufgeht. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis er das Weite sucht.

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Wie war die Stimmung unter den Fans?

Gespalten. Manche wollten ihm noch eine Chance bis zum Saisonende geben, die meisten hatten aber die Schnauze voll. Ehrlich gesagt gehöre ich dazu. Die Stimmung war am Ende auf dem Nullpunkt, die »Klinsmann raus«-Rufe wurden immer lauter. Gegen Schalke war ein Superwetter – und dann muss man sich so einen Schrott anschauen. Da hätte jeder lieber im Biergarten gesessen.

Hat Klinsmann bei den Fans überhaupt eine faire Chance bekommen?

Doch, schon. Aber beim FC Bayern müssen die Ergebnisse stimmen. Das war nicht der Fall. Und wenn Klinsmann ehrlich ist, sieht er das bestimmt genauso.

Der Vorstand des FC Bayern hat sich beim Rauswurf ausdrücklich auf den Vertrauensbruch zwischen Fans und Trainer bezogen. Ist das eine zulässige Argumentation?

Wenn der FC Bayern verliert, ist jeder einzelne Bayern-Fan in ganz Deutschland persönlich beleidigt. Natürlich muss sich der Vorstand die schlechten Ergebnisse auch auf die eigene Fahne schreiben. Vielleicht hätte man vorher ein bisschen besser nachdenken können.

Können Sie sich deswegen auch »Hoeneß raus«-Rufe in München vorstellen?

Überhaupt nicht. Dafür sind die Verdienste von Uli Hoeneß viel zu massiv.

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