Ein Anruf in Gibraltar

»Die EM-Teilnahme ist möglich!«

Am Dienstag bestritt Gibraltar, das 54. und neueste Mitglied der Uefa, sein erstes offizielles Länderspiel. Wir sprachen mit dem »Communications Manager« Daniel Guerrero über sportliche Ambitionen und das kommende Duell gegen die Färöer Inseln.

Privat

Herzlichen Glückwunsch Daniel Guerrero, Gibraltar ist in offiziellen Länderspielen ungeschlagen!
Danke. Und da es unser erstes offizielles Länderspiel überhaupt war, und wir erst nächstes Jahr wieder antreten, wird sich das auch so schnell nicht ändern.

0:0 gegen die Slowakei. Wie wild war die Feier?
Gar nicht wild. Wir haben ja in Portugal gespielt und mussten noch am Abend wieder abreisen. Da blieb gar keine Zeit zu feiern. Aber alle waren so glücklich und stolz. Das Spiel war Belohnung genug.

Warum haben Sie in Portugal gespielt?
Unser Stadion in Gibraltar ist für Pflichtspiele nicht zugelassen. Wir bauen zwar ein neues Stadion, das allen Richtlinien der Uefa entsprechen wird, aber das wird erst in drei Jahren fertig sein. Bis dahin müssen wir etwa die Qualifikations-Spiele zur EM 2016 im Ausland austragen. Also wollten wir den Spielern die Möglichkeit geben, sie an die ungewohnten Bedingungen zu gewöhnen.

Das hat ja gleich gut geklappt!
Das Unentschieden war verdient. In der zweiten Halbzeit hatten wir sogar die ein oder andere Chance, ein Tor zu schießen. Aber am Ende des Tages ist ein 0:0 gegen den 65. der Weltrangliste schon ganz ordentlich für ein Debüt.

Wer sind denn die Stars ihres Teams?
Mit Danny Higginbotham, Scott Wiseman und Adam Priestley haben wir drei Spieler in unseren Reihen, die im englischen Fußball, und da teilweise sogar in der Premier League, reichlich Erfahrung gesammelt haben. Auch wenn die drei erst kurz vor dem Spiel zur Mannschaft gestossen sind, hat uns ihre Qualität schon sehr geholfen. Aber auch die Jungs, die bei uns in Gibraltar spielen, haben ihre Qualitäten. Wir können immerhin aus einem Pool von circa 600 Spielern auswählen.

Im nächsten Spiel geht es dann gegen die Färöer Inseln.
Die haben wir schonmal geschlagen! 3:0. Das war zwar nur ein inoffizielles Freundschaftsspiel, aber Sieg ist Sieg. Das wollen wir natürlich wiederholen.

Und dann qualifiziert sich Gibraltar für die EM?
Wir gehen natürlich mit dem Ziel in die Qualifikation, uns am Ende auch durchzusetzen. Wir werden einen der ganz Großen des europäischen Fußballs in unserer Gruppe haben. Aber dahinter ist doch alles möglich. Das haben wir gegen die Slowakei bewiesen.

Ihr Kampf um Anerkennung durch die Uefa ging über Jahre. Wie haben sie es am Ende doch geschafft?
Schlußendlich wurde unser Fall vor dem internationalen Sportgerichtshof verhandelt. Unser Motto all die Jahre war stets: Wir wollen keine Politik betreiben, wir wollen Fußball spielen! Das hat am Ende überzeugt.

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