Eike Immel über sein Image

»Daran bin ich selbst Schuld«

Eike Immel spielte für den BVB, den VfB Stuttgart und Manchester City. Zuletzt fiel der ehemailge Nationaltorhüter durch negative Schlagzeilen auf. Ein Gespräch über Immels Qualitäten und Roman Weidenfeller. Eike Immel über sein Image

Eike Immel, das Letzte, was man über Sie gehört hat, waren das Dschungelcamp, Betrugs- und Drogenvorwürfe, die Privatinsolvenz oder Ihre eigene CD. Was ist vom Fußballer Eike Immel geblieben?

Das frage ich mich auch. Von den Themen, die Sie nannten, würde nach genauer Prüfung nicht viel übrig bleiben. Vieles stimmt nicht. Der Fußball ist in den Hintergrund geraten. Meine Leistung interessiert keinen mehr. Meine Person wird nur noch auf andere Sachen begrenzt. Wie soll ich da wieder raus kommen?

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Ist das ungerecht?

Ich fühle mich nicht generell ungerecht behandelt. Meine finanzielle Misere habe ich selbst zu verantworten. Auch das Dschungelcamp habe ich mit klarem Verstand besucht. Das war eine tolle Erfahrung und ich habe damit Geld verdient. Die Betrugs- und Drogengeschichte, die um die anderen Themen herum gedichtet wurde, stimmt aber einfach nicht. Ich würde lieber wieder mit Fußball in Verbindung gebracht werden.

Sie haben 534 Bundesligaspiele für Borussia Dortmund und den VfB Stuttgart gemacht. Wie hat sich das Torwartspiel seit Ihrer aktiven Zeit verändert?

Es wird ihm mehr Bedeutung beigemessen. Professionelle Torwarttrainer kümmern sich schon in der Jugend um die Talente. Die Schlussmänner werden besser ausgebildet. Deutlich wird das in den Eins-gegen-eins-Situationen. Früher haben sich die Torhüter oft weggedreht, wenn ein Stürmer auf sie zulief. Heute bleiben sie stehen und machen sich groß. Das Torwartspiel sieht heute einfach besser aus.

Eine große Entwicklung hat einer Ihrer Nachfolger im BVB-Tor hinter sich. Wie beurteilen Sie Roman Weidenfeller?

Roman hat sich in seiner Strafraumbeherrschung weiterentwickelt. Die ganze Mannschaft hat sich unter Jürgen Klopp gesteigert. Ich habe vor drei Jahren mit einem namhaften Bundesligamanager gesprochen, der sagte, dass er Roman für den schlechtesten Torhüter der Bundesliga hält. Das würde heute keiner mehr sagen. Ich denke, dass Roman Weidenfeller den Anspruch hat, zur Nationalmannschaft eingeladen zu werden.

Ist seine Entwicklung die Grundlage des Erfolgs vom BVB?

Die Grundlage für den Erfolg ist Jürgen Klopp. (lacht) Roman hat natürlich durch sein Alter eine besondere Rolle. Durch die Jugend der restlichen Mannschaft, ist er mit seinen 29 schon der Routinier. Er wird anders wahrgenommen.

Den Dortmunder Erfolg machen Sie am Trainer Jürgen Klopp fest. Welche Rolle spielt der Torwarttrainer Teddy de Beer?

Teddy arbeitet jeden Tag mit den Torhütern zusammen. Roman und er kennen sich seit Jahren. Da wird gute Arbeit gemacht. Ich denke aber, dass der Hype um Weidenfeller der Tabellensituation geschuldet ist. Intern wusste man schon länger, dass er ein sehr guter Torwart ist.

Sie haben selber unter Christoph Daum als Torwarttrainer gearbeitet. Was können Sie Torhütern vermitteln?

In Wien arbeitete ich mit Thomas Mandl zusammen. Ich lernte ihn als durchschnittlichen Torhüter kennen und machte ihn zum Nationaltorhüter. Das gleiche passierte in Istanbul mit Volkan Demirel. Christoph Daum sagte über die Torhüter in Istanbul, dass man ihre Position nur daran erkennt, dass sie Handschuhe tragen. Wir sind aber mit diesem Torwart Meister geworden und Volkan wurde zum Nationalkeeper. Darauf bin ich stolz.

Vermissen Sie die Arbeit als Torwarttrainer?

Absolut. Das ist es doch, was ich am besten kann. Meine bisherigen Arbeitsergebnisse zeigen auch, dass ich darin sehr gut bin. Aufgrund der Schlagzeilen über mich, ist es aber sehr schwer einen Verein zu finden. Daran bin ich selbst Schuld.

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