Düdelingens Sportdirektor über den Sensationssieg gegen RB Salzburg

»Ich fühle mich wie in einer anderen Welt«

Die Überraschung ist perfekt: Die Amateure aus Luxemburg vom Verein F91 Düdelingen haben den übermächtigen Energiegetränk-Klub aus Salzburg aus der Champions-League-Qualifikation geworfen. Wir sprachen mit Düdelingens Sportdirektor Guy Hellers, der sein Glück kaum fassen kann.

Guy Hellers, herzlichen Glückwunsch zum Erfolg. Alle Welt spricht über den Sensationssieg des F91 Düdelingen. Gerade ist die Vereins-Homepage zusammengebrochen.
Nun, wir sind eben Amateure. Nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch im Umfeld arbeiten viele nebenberuflich. Da können wir mit den Profis nicht immer mithalten.

Gegen Salzburg funktionierte es aber hervorragend.
Stimmt, das ist eine echte Sensation. Ich habe in den letzten Minuten nur gebetet, dass der Schiedsrichter abpfeift. Dann kam der Pfiff – seitdem fühle ich mich wie in einer anderen Welt. Wir haben sportlich Reklame gemacht für Luxemburg. Ich glaube, dass das Land stolz auf uns sein kann.

Wie hat Ihre Mannschaft die Sensation geschafft?
Wir haben die Räume sehr eng gemacht und trotzdem immer wieder schnell nach vorne gespielt. Salzburg mag im Rückspiel optisch überlegen gewesen sein, aber wir haben nicht nur mit dem Kampf, sondern auch spielerisch dagegen gehalten.

Haben Sie nach dem 1:0 im Hinspiel mit dem Weiterkommen gerechnet?
Ich habe mir gedacht, dass Salzburg mit einer ganz anderen Einstellung als im Hinspiel auflaufen wird. Das sind ja schließlich Profis. Doch wir haben eine homogene Mannschaft, in der jeder für den anderen kämpft. Deswegen hatte ich schon Hoffnung, dass wir die Sensation perfekt machen können.

Mussten die Spieler für das Rückspiel tatsächlich Urlaub nehmen?
Einige, ja. Unser Stürmer Aurelien Joachim ist Sportlehrer, er hat im letzten Jahr sein Studium beendet. Er hat übrigens auch ein Jahr lang in der zweiten Mannschaft des VfL Bochum gespielt, konnte sich dort aber nicht durchsetzen. Andere arbeiten in der Gemeinde oder in der Bank. Sie müssen ihren Urlaub für diese Spiele opfern.

Das heißt, die Spieler müssen auf den Sommerurlaub mit der Familie verzichten.
Ja, so ist das. Aber die meisten Spieler wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie bei uns spielen. Und es sind auch nicht alle berufstätig. Die eine Hälfte der Mannschaft trainiert morgens einmal und abends, wenn die Berufstätigen dazustoßen.

Nun geht es gegen NK Maribor. Träumt man in Düdelingen schon von der Champions League?
Langsam, langsam. Die Jungs können ihren großen Erfolg nun genießen und dann schauen wir mal, was gegen Maribor möglich ist. Wir haben schon einmal gegen sie gespielt – und uns nicht schlecht verkauft. Momentan schwimmen wir auf einer Euphoriewelle, vielleicht nehmen wir den Schwung mit. Aber an die Champions League denkt bei uns keiner, das wäre etwas vermessen.

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