24.02.2011

Dresdens Trainer Maucksch im Interview

»Wir haben die Ikonen«

Ab heute im Handel: Die neue Ausgabe von 11FREUNDE. Für die Reportage »Letzte Ausfahrt Dresden« reisten unsere Redakteure Tim Jürgens und Jens Kirschneck nach Elbflorenz und sprachen u.a. mit Dynamo-Trainer Matthias Maucksch.

Interview: Tim Jürgens und Jens Kirschneck Bild: Imago

Matthias Maucksch, Dynamo Dresden haftet aufgrund seiner zahlosen Turbulenzen in den zurückliegenden jahren das Image des Chaosclubs an. Mit ihnen als Trainer und dem langjährigen Spieler Volker Oppitz als Geschäftsführer soll dieser Ruf nun endlich korrigiert werden. Wie gut klappt es?

Matthias Maucksch: Wir geben uns auf jeden Fall Mühe. Der Verein ist in dem Dilemma, das er hohe Altschulden abtragen muss. Als Trainer versuche ich für den sportlichen Bereich die besten Spieler und Trainingsbedingungen zu schaffen. Das ist aber aufgrund der finanziellen Situation nur schwer möglich.



Was nervt Sie aufgrund der Situation gegenwärtig am meisten?

Matthias Maucksch: Ich muss darauf bedacht sein, dass Spieler schnellstmöglich in der Mannschaft integriert werden. Aber wir können manchen nur einen Vertrag für ein halbes Jahr geben, so dass echte Konstanz kaum möglich ist.

Sie haben Dani Schahin von Greuther Fürth für ein halbes Jahr ausgeliehen. 14 Verträge laufen zum Saisonende aus. Welches Ziel kann man als Trainer da haben?

Matthias Maucksch: Wenn wir nicht schleunigst zu Entscheidungen finden, kann das Ziel nächste Saison nur »Klassenerhalt« heißen. Eigentlich müssten wir schleunigst ein Gros des Kaders vertraglich binden und durch zwei, drei gezielte Verstärkungen die Qualität erhöhen, nur dann könnten wir auch andere Ziele formulieren.

Dixie Dörner war Ihnen bis Ende 2010 als Teammanager an die Seite gestellt worden. Was hat seine Verpflichtung konkret bewirkt?

Matthias Maucksch: Generell helfen Personen wie er dem Verein, da sie über viele Jahre Dynamo nach vorn gebracht haben und eine Verbundenheit zu dem Klub schaffen. Andere Vereine wären froh, wenn sie solche Ikonen zur Verfügung hätten, um mit denen hausieren gehen zu können. Beispiel: Wolfsburg. Die kaufen für viel Geld Stefan Effenberg oder Diego ein, um eine Identität zu schaffen. Identität, die Dörner für den Klub längst besitzt.

Nicht jeder Trainer findet es gut, wenn er einen Altvorderen an die Seite gestellt bekommt.

Matthias Maucksch: Da gab es überhaupt keine Probleme. Dixie Dörner ist ein intelligenter Mann, der über Trainererfahrung verfügt und auch weiß, wie die Dinge in diesem Geschäft laufen. Und er hat den Blick von außen, der durchaus hilfreich ist, wenn es um sportliche Fragen in einer wirtschaftlich schwierigen Situation geht. Sein Wort hat mir bei einigen Personalentscheidungen zu deutlich mehr Durchschlagskraft verholfen.

Geschäftsführer Volker Oppitz war unter Ihnen auch noch Spieler von Dynamo. Wie gestaltet sich Ihr Verhältnis zu ihm?

Matthias Maucksch: Als Spieler habe ich ihn als sehr intelligenten Menschen kennen gelernt, der seinen Job zuverlässig und seriös erledigt. So macht er jetzt auch den Job als Geschäftsführer. Allerdings leben wir in einer schnellebigen Zeit, vor allem im Berufsfußball.


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