17.11.2006

Dominik Reinhardt im Interview

„Es wäre gefundenes Fressen“

Der 1.FC Nürnberg ist seit zehn Spielen sieglos, acht Unentschieden stehen zu Buche. Dominik Reinhardt ist von den Stärken des Clubs dennoch überzeugt und wäre am Ende der Saison mit einem Mittelfeldplatz zufrieden.

Interview: 11Freunde Bild: Imago
Herr Reinhardt, Sie spielen mit dem 1. FC Nürnberg gegen Bayer Leverkusen, den alten Verein ihres Vaters Alois. Folgt für den Club das neunte Unentschieden in dieser Saison?

Wir hoffen natürlich, endlich wieder zu gewinnen. Zum einen wäre es wichtig für unser Selbstvertrauen, aber auch für unsere Fans, die hätten es verdient.

Zu Beginn der Saison gab es zwei Siege, seitdem acht Unentschieden und zwei Niederlagen. Wieso kann der Club nicht mehr gewinnen?

Tja, wir müssen vorne endlich mehr als ein Tor erzielen und bis zum Abpfiff konzentriert bleiben. So ein Gegentor wie in der letzten Minute in Aachen vergangenes Wochenende dürfen wir einfach nicht kassieren. Wir müssen unsere Leistung, auch wenn es floskelhaft klingt, bis zum Abpfiff konzentriert durchziehen.



Auf der anderen Seite: Es ist schwer gegen Nürnberg zu gewinnen. Sie sind Mitglied der zweitbesten Abwehr der Liga.

Das ist richtig. Wir stehen defensiv sehr kompakt, dazu arbeiten unsere Offensivkräfte hervorragend nach hinten mit. Da ist es schwer gegen uns eine Lücke zu finden.

Der Hebel muss also im Offensivspiel angesetzt werden?

Ich würde nicht sagen, dass wir schlecht nach vorne spielen. Wir erarbeiten und erspielen uns ja genügend Chancen. Auch wir Verteidiger versuchen, mit nach vorne zu spielen. Aber wie gesagt: Es dürfte schon mal mehr als ein Tor für uns fallen.

Demnach müssten die Stürmer letzte Woche Torabschlüsse bis zum Umfallen trainiert haben?

Nein, gezielt wurde das nicht geübt. Ich denke aber nicht, dass unsere Stürmer das Tore schießen verlernt haben. Die werden schon wieder treffen.

Sie haben erst ein Tor in der Bundesliga erzielt. Von ihnen darf man gegen Leverkusen den Siegtreffer wohl nicht erwarten?

Der torgefährlichste Spieler bin ich mit Sicherheit nicht. Aber ich hätte nichts dagegen, meinen Torkontostand am Wochenende zu verdoppeln.

Hans Meyer dürfte am Verzweifeln sein, bei so vielen Unentschieden. Nach der Begegnung gegen Aachen gestand er, dass er nach dem Spiel sehr aufgewühlt war, was er so nicht von sich kannte. Hat er schon Albträume, die von Unentschieden handeln?

Er ist ein erfahrener Trainer, den so schnell nichts umhaut. Er spricht ganz ruhig mit uns und macht seine Arbeit sehr konzentriert. Ich denke, seine Aussage nach dem Aachenspiel war darauf bezogen, wie das Ergebnis zustande kam und nicht auf das Unentschieden an sich.

Anderes Thema: Was können Sie besser als ihr Vater?


Da ich Außenverteidiger bin und mein Vater in der Innenverteidigung tätig war, denke ich, dass mein Offensivpotential etwas höher ist als seins.

Und was werden Sie nie so gut beherrschen wie ihr Vater?

Mein Vater war einer der besten Kopfballspieler der Liga, das werde ich wohl nicht mehr werden. Mein Kopfballspiel möchte ich natürlich verbessern. Ab und an geht es deshalb an das berühmte Kopfballpendel.

Ihr Vater ist Fußballlehrer. Hätten Sie Lust, unter ihrem Vater bei einem Bundesligisten zu spielen?


Ich würde mich nicht sträuben, aber es müsste auch nicht sein. Ich wüsste nicht, ob mein Vater mich objektiv beurteilen würde, und für die Presse wäre so eine Konstellation immer ein gefundenes Fressen. Aber wenn es mal so kommen sollte, werde ich meinen Beruf nicht ändern.

Wo steht der Club am Ende der Saison?

Unser Ziel war und ist ein Platz im Mittelfeld. Wenn wir nicht schlechter als Zwölfter werden, ist die Saison gut gelaufen.

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