14.12.2006

Dieter Hecking im Interview

„Ich will Titel gewinnen“

Seit dem dritten Spieltag ist Dieter Hecking zurück in Hannover. Wer denkt, der Mann habe Heimweh gehabt, der irrt. Im Gespräch mit 11freunde.de stellt sich heraus: Ehrgeiz ist es, was ihn antreibt.

Interview: Andre Tucic Bild: Imago


Inwieweit werden Sie bei der Wahl eines neuen Sportdirektors zu Rate gezogen? Immerhin müssen Sie mit dem Neuen Mann eng zusammen arbeiten.

Martin Kind und ich stehen in permanentem Austausch. Letztlich ist es eine Entscheidung der Vereinsführung, aber ich bin schon dabei involviert und werde nach meiner Meinung gefragt.

Langsam aber sicher wird es Zeit für einen neuen Sportdirektor. Immerhin steht die Winterpause vor der Türe – die Zeit der Transfers.

Wenn man denn Transfers tätigen möchte, wird es Zeit.

Sie sehen also keinen Bedarf für Neuverpflichtungen.

Der Kader rechtfertigt momentan das Vertrauen. Nichts desto trotz schauen wir immer nach punktuellen Verstärkungen. Sich laufend am Markt zu orientieren gehört zum Job. Derzeit sehe ich jedoch keinen akuten Handlungsbedarf.

Also zollen Sie ein indirektes Lob für das Duo Kaenzig/Neururer, die den Kader zusammengestellt haben.

Ich zolle weder Lob noch übe ich Kritik. Die beiden haben versucht, nach bestem Wissen und Gewissen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Kader zusammenzustellen.

Würden Sie noch mal eine öffentliche Debatte mit einem Sportdirektor über die Einkaufpolitik vom Zaun brechen?

Welche Debatte meinen Sie?

Die fehlenden Gelder für Neueinkäufe, die Sie gegenüber Jörg Schmadtke eingefordert haben.

Was in der Presse stand, hat uns köstlich amüsiert, den Herrn Schmadtke und mich. Anscheinend musste das Sommerloch gefüllt werden. Wer glaubt, zwischen Schmadtke und Hecking hätte es gegen Ende nicht mehr gestimmt, befindet sich auf dem Holzweg.

Bei Ihren Trainer-Stationen beim SC Verl, VfB Lübeck und Alemannia Aachen sind Sie erst einmal entlassen worden. Und das auch nur, weil Sie 2001 angekündigt haben, Verl verlassen zu wollen. Respekt.

(lacht) Das ist eine gewisse Auszeichnung meiner Arbeit. Überall war es so, dass die Leute gemerkt haben, dass ich fundierte Arbeit leiste, ich jedoch noch Erfahrungen sammeln musste.

Können Sie sich in Verl denn noch blicken lassen?

Die waren natürlich sauer über meinen vorzeitigen Weggang. Aber ich habe nun mal einen hohen Ehrgeiz und die Mentalität, nach mehr zu streben und erfolgreicher zu werden. Wenn man die Chance hat, im Profi-Bereich Trainer zu werden, dann muss man diese auch nutzen. Und das alles so schnell gegangen ist, spricht dafür, dass ich nicht sehr viel falsch gemacht habe. Aber natürlich bin ich nicht davor gefeit, irgendwann mal entlassen zu werden.

Sind Sie denn überall im Guten gegangen? Ihr Weggang aus Aachen war, sagen wir: brisant.

Ich kann mich überall sehen lassen. Natürlich sind hier und dort Fans dabei, die gewisse Verhaltensweisen nicht nachvollziehen können. Damit muss man leben. Beim Spiel in Aachen wird es sicherlich Pfiffe geben. Aber ich habe dort noch viele Freunde, denen ich besten Gewissens ins Gesicht schauen kann. Letztlich ist doch klar, dass sich Wege auch mal wieder trennen.

Sie sagen selbst, Ihr Weg sei von Idealismus und Ehrgeiz geprägt. Und bis hierhin ging es nur bergauf. Wo soll das mit Ihnen noch enden?

Ich habe natürlich auch das Ziel, Titel zu gewinnen – das sollte irgendwann das Endprodukt der Karierre Dieter Heckings sein. Den Beruf habe ich allerdings gewählt, weil ich gepflegten Fußball vermitteln möchte – Fußball wie ich ihn mir vorstelle. Wenn man meine Mannschaften spielen sieht, möchte ich, dass eine eindeutige Handschrift zu erkennen ist.

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