Dieter Eilts über Bremens Krise

»Es wird ungemütlich«

In 390 Spielen für Werder Bremen hat Dieter Eilts eines gelernt: Krisen kommen und gehen – auch in Bremen. Im Interview mit 11FREUNDE spricht er über die Zukunft von Thomas Schaaf und ungemütliche Weihnachtsferien. Dieter Eilts über Bremens Krise

Dieter Eilts, Werder Bremen hat sein letztes Hinrundenspiel gegen Kaiserslautern 1:2 verloren und überwintert auf Platz 14. Ist Thomas Schaaf noch der richtige Trainer für Werder?

Absolut. Ich bin mir auch sicher, dass die gesamte Vereinsführung zu 100% hinter Thomas steht.

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Als Schaaf nach der 0:4-Niederlage gegen Schalke 04 am 13. Spieltag vor seiner Mannschaft den Satz gesagt haben soll: »Dann steht hier ein anderer vor euch«, und das als mögliches Rücktrittsangebot ausgelegt wurde, haben Sie gesagt: »Ich glaube, dass Schaaf sich die Frage stellt, ob Werder noch der richtige Verein für ihn ist.«

Korrekt. Aber wenn Sie genau hinhören, werden Sie bemerken, dass ich damit nicht die Fähigkeiten von Thomas Schaaf als Werder-Trainer bezweifelt habe.

Sondern?

Das, was ich gesagt habe! Ich frage mich, ob Thomas nicht bald ernsthaft darüber nachdenkt, mal einen anderen Klub zu trainieren. Und zwar einen Verein, der in der Lage ist, solche Ausnahmespieler wie Diego oder Mesut Özil zu halten und nicht – wie Werder Bremen – aus Kostengründen Jahr für Jahr die besten Spieler ziehen lassen muss.

Es gibt Kritiker die sagen, dass Thomas Schaaf nur in Bremen Erfolg haben kann.

Das ist falsch. Thomas beweist seit zehn Jahren, welch ein exzellenter Trainer er ist. Seine Qualitäten würden jedem Klub der Welt zum Tragen kommen.

Heiß diskutiert wurde in der abgelaufenen Hinrunde Neuzugang Marko Arnautovic und sein zum Teil unkollegiales Verhalten. Kann so ein Spieler einer ganzen Mannschaft schaden?

Ich kann nicht beurteilen, wie sich Arnautovic verhalten hat und welchen Einfluss das auf die Mannschaft hatte. Aber natürlich: Ist die Krise erst einmal da, bleiben die Erfolge aus, dann wirkt sich jeder negative Einfluss auf die Stimmung in der Mannschaft aus. Fußballmannschaften sind sensibel, wenn Punkte und Tore ausbleiben.

Sie waren lange Zeit Führungsspieler bei Werder Bremen – wie haben Sie damals versucht »Problemkindern« wieder in die richtige Spur zu bringen?

Das kann ein Spieler nicht alleine machen. Das ist die gemeinsame Aufgabe aller Führungsspieler.

Haben Sie niemals einen nörgelnden Mitspieler im Training über die Bande getreten?

Ich glaube schon, dass wir unsere Trainingsspiele früher härter waren. Und da wurde sich durchaus auch mal auf die Stöcker gehauen.

Dieter Eilts, Werder Bremen ist nur 4 Punkte von Relegationsplatz 16 entfernt, aber 14 Punkte von einem Champions League Platz. Wird es besinnliche Weihnachten beim SVW geben?

Sagen wir es mal so – die Stimmung bei Werder ist wie das Wetter in Bremen: Es wird sehr ungemütlich.

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