22.11.2011

Diego Maradona im Exklusiv-Interview

»Mein Held war Karl-Heinz Förster«

Diego Maradona hat einen Doppelgänger. Sein Name: Abi Atici. Er sieht aus wie Diego, trägt die gleichen Tattoos wie Diego und wie heißt wohl sein Sohn? Genau. Vor dem Spiel von Maradonas Ex-Klub Neapel gegen Manchester City sprachen wir mit ihm.

Interview: Alex Raack Bild: Bilder: Privat
Abi Atici...

Abi Atici: Nennen Sie mich ruhig Diego.

Nun gut, Diego. Wie wird man zu Diego Maradona, dem bekanntesten Fußballer des Planeten?

Abi Atici: Ich komme aus Göppingen, dem Heimatort von Jürgen Klinsmann. Und mein großer Held war früher eigentlich immer Karl-Heinz Förster, die Vorstopper-Legende! Ich spielte auf seiner Position, ich trug seine Nummer vier auf dem Rücken – aber ich sah ihm leider nicht wirklich ähnlich.

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Dafür aber »El Diez«, Argentiniens Superstar Maradona.

Abi Atici: 1989 war ich in München, um mir den SSC Neapel gegen die Bayern anzuschauen. Die italienischen Fans sind komplett ausgerastet, als sie mich in der Innenstadt sahen. Vorher hatte ich mir über die Ähnlichkeit mit Maradona kaum Gedanken gemacht. Also wagte ich einen Versuch und fuhr nach Neapel. Vor dem Mannschaftstraining hockte ich mich auf die Tribüne im Stadio San Paolo. Careca und Enzo Cannavale machten sich bereits warm. Als sie mich sahen, klappten ihre Kinnladen runter, sie dachten wirklich, ich sei Diego! Ich winkte ihnen zu und sie bekamen sich gar nicht mehr ein. Als dann auch noch die Neapel-Fans anfingen zu singen »Ho visto Maradona!« (»Ich habe Maradona gesehen«. d. Red.) wusste ich, wie meine Zukunft aussehen würde.

Nämlich als Doppelgänger des besten Fußballers aller Zeiten.

Abi Atici: Genau. Selbst mein Trainer in der Bezirksliga war so stolz, dass er mir meine Nummer vier wegnahm, fortan musste ich mit der Zehn auf dem Rücken auflaufen. Ich war sicherlich der überschätzteste Vorstopper in ganz Süddeutschland.

Als Maradonas Karriere Mitte der neunziger Jahre ein trauriges Ende fand...

Abi Atici: ...musste ich natürlich seinen Weg begleiten. Als Diegos Ehe in die Brüche ging, ließ sich auch meine erste Frau von mir scheiden. Sie konnte den Maradona-Hype nicht mehr ertragen. Überall wo wir hingingen, schrien die Menschen: »Diego! Diego!« Außerdem gefiel ihr wohl auch meine optische Veränderung nicht wirklich.

Sie haben doch nicht etwa...

Abi Atici: Was wäre ich denn für ein Doppelgänger, wenn ich meinem Vorbild nicht in jeder Beziehung nachahmen würde? Ich habe Diegos Tattoos, Diegos Ohrringe, Diegos Brillen, Diegos Anzüge und Diegos Zigarren. Als er sich im Drogenrausch die Haare erst blond und dann halb schwarz, halb blond färbte, musste auch ich zum Friseur. Wirklich problematisch wurde es, als Diego immer dicker wurde. Ich fraß mir zwar erst zehn Kilo an, merkte dann aber bald, dass ich mich so überhaupt nicht wohl in meinem Körper fühlte. Gott sei Dank ist er inzwischen wieder deutlich schlanker.

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