Die Regionalliga-Reform

»Bei Heimspielen zahlen wir drauf«

Heute startete der 40. DFB-Bundestag in Essen. Diskutiert wird vor allem die Regionalliga-Reform. Die Probleme drängen, sagen Carsten Gockel, Geschäftsführer von Preußen Münster und Dirc Jacobs von Eintracht Trier. Die Regionalliga-ReformImago

Carsten Gockel, Dirc Jakobs, was erwarten Sie vom DFB-Bundestag?

Gockel: Große Überraschungen jedenfalls nicht. Es wird wahrscheinlich nur eine Kommission gebildet, die sich bis 2011 weiter mit dem Thema Regionalligareform auseinandersetzt.

Jacobs: Wir wissen eigentlich gar nicht was passieren soll.

Der Vorschlag des bayerischen Verbandes die Regionalliga auf acht Staffeln zu erweitern, scheint doch bei DFB und DFL Gehör gefunden zu haben. Ligachef Reinhard Rauball hat angeregt, man solle darüber nachdenken, die Liga auf immerhin fünf Staffeln zu erweitern.


Gockel: Ich frage mich, warum diese Erweiterung überhaupt wieder im Raum steht. Wir würden nur gegen noch mehr uninteressante Gegner spielen. Daran kann doch keiner ernsthaft Interesse haben.

Jacobs: Ich habe von Rauballs Plänen erst im »kicker« erfahren. Das sagt doch alles. Hier wurde über uns gesprochen, aber nicht mit uns. Da sieht man den Stellenwert, den die Regionalliga beim Verband einnimmt.

Es drängt sich der Verdacht auf, Sie fühlten sich vom DFB nicht ernst genommen.


Jacobs: Wir würden uns vom DFB wünschen, dass man unsere Probleme ernster nimmt und die Regionalliga mit einem Solidarfonds, welcher Art auch immer, ausstattet, um uns ein Überleben zu ermöglichen. So wie es jetzt läuft, kann es die Regionalliga nicht ewig geben.

Sie fordern also eine bessere finanzielle Unterstützung vom DFB?


Jacobs: Die finanzielle Ausstattung muss sich einfach verbessern. Das Lizensierungsverfahren ist viel zu teuer, das Fernsehgeld von 90 000 Euro im Jahr reicht vorne und hinten nicht.

Und was fordern Sie im sportlichen Bereich?


Gockel: Wir müssen uns darum kümmern, dass wir einen zweiten Aufstiegsplatz bekommen, der dann in einer Relegation zwischen den Zweitplatzierten der Regionalliga ausgespielt wird. Dadurch würde zwar ein Drittligist mehr absteigen, aber der Aufstieg in die dritte Liga wäre für uns deutlich einfacher. Denkbar wäre es auch für den dritten Platz in der Liga einen Startplatz im DFB-Pokal auszuloben. Es geht doch vor allem um die Frage: Wie kann ich die vierte Liga sportlich interessanter gestalten?

Haben viele Regionalligisten in der Vergangenheit nicht schlicht und einfach schlecht gewirtschaftet und sind deshalb in finanzielle Schieflage geraten?

Gockel: Zehn von 18 Mannschaften bei uns in der Regionalliga West sind Zweitvertretungen. Die bringen keine Fans mit, weshalb wir an solchen Teams nichts verdienen können. Aber die DFL hat unseren Plan, die Zweitvertretungen in eine eigene Regionalligastaffel auszulagern, bereits abgeschmettert. Wir bestreiten 70 Prozent unseres Etats aus Sponsoringeinnahmen. Wer da schlecht aufgestellt ist, kann in der Regionalliga den Laden dicht machen.  

Aber sie verdienen doch auch an Ihren Heimspielen.


Gockel: Bei jedem Heimspiel zahlen wir drauf. Als letztes Jahr Rot-Weiß Essen zu Gast war, haben wir 10.000 Euro allein für das Sicherheitspersonal ausgegeben. Wir müssen außerdem Stadionkassierer, Ordner, Catering, den VIP-Bereich und noch vieles mehr bezahlen.

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