21.03.2010

Die Macher des Hoffenheim-Films

»Wir wollten überall sein«

Ein Fußball-Film über Hoffenheim, das klingt nach Western ohne Munition. Aber den Regisseuren Rouven Rech und Frank Pfeiffer ist ein echtes Schmuckstück gelungen. Wir sprachen mit den Filmemachern beim 11mm-Festival.

Interview: 11Freunde Bild: Imago
Die Macher des Hoffenheim-Films
Ein Film über Hoffenheim. Ist über diesen Verein nicht schon alles gesagt? 

Frank Pfeiffer: Schwer zu sagen, denn als wir mit dem Film angefangen haben, war das Thema völlig uninteressant und unpräsent. Die Reportagen, die in der Zwischenzeit gemacht wurden, konzentrieren sich auf den Hype um Hoffenheim und die sportliche Entwicklung der Mannschaft. Unser Film dagegen zeigt viel mehr die Hintergründe. Also wie man aus einem Dorfclub ein professionelles Fußballunternehmen macht, mit dem Ziel, Gewinn zu erwirtschaften. Das macht den Film hochaktuell.

 

Der Film endet in dem Moment, als die TSG ganz oben in der Bundesligatabelle steht. War das gewollt?

Rouven Rech: Nicht unbedingt, denn es ist gleichzeitig der Moment der Fertigstellung des neuen Stadions, und das war eigentlich immer unser Ziel. Die Liga und die Platzierung waren egal. Es hätte auch passieren können, dass das Stadion fertig geworden wäre und Hoffenheim vor völlig leeren Rängen gespielt hätte. Das wäre auch eine Geschichte gewesen.  

Wie seit Ihr vor vier Jahren auf die Idee gekommen, ein solch aufwendiges Projekt bei einem Regionalligisten zu starten?

Frank Pfeiffer: Ich habe Ende 2005 in der taz einen Artikel mit dem Titel »Träume eines Mäzens« gelesen, wo es darum ging, dass Dietmar Hopp seinen Heimatverein in die Bundesliga bringen will. Das klang unheimlich spannend und war für uns die Initialzündung, denn dort würde sich nicht nur ein Verein, sondern ein ganzes Dorf verändern.  

Kommt das Endresultat dem nahe, was Ihr Euch vor drei Jahren versprochen habt?

Frank Pfeiffer: Dass Hoffenheim in zwei Jahren den Durchmarsch in die erste Liga schafft, hätten wir nie für möglich gehalten, der Aufstieg in die zweite Liga war ja absehbar. Aber von den Personen her gesehen und vom Schwerpunkt, den wir gesetzt haben, kommt es unseren Vorstellungen sehr nahe. 

Mit Torro habt Ihr einen Ur-Hoffenheimer und Fan der ersten Stunde als Protagonisten gefunden. Wie seid Ihr auf ihn gekommen?

Rouven Rech: Großartig überreden mussten wir ihn nicht. Auf ihn sind wir gestoßen, weil es damals nicht so viele Fans in Hoffenheim gab. Es gab wirklich nur diesen einen größeren Fanclub, und von dem war er der Vorsitzende.

Frank Pfeiffer:  Wir haben uns natürlich auch noch andere Charaktere angeschaut, aber Torro war schon derjenige, der für uns am interessantesten war. Es ist spannend zu sehen, wie viele Sympathien er im Verlauf des Films bekommt, obwohl er doch erstmal einige Vorurteile weckt.

Schwieriger war es sicher bei Geschäftsführer Jochen A. Rotthaus.

Frank Pfeiffer: Das war die schwierigste Hürde überhaupt. Das Vertrauen des Vereins zu gewinnen war ein sehr harter und langwieriger Prozess. Es hat fast ein Jahr gedauert, bis wir drehen durften.

Rouven Rech: Man darf auch nicht vergessen, dass es, als wir angefangen haben, weder Herrn Rangnick noch Herrn Rotthaus gab. Bei unserem ersten Kontakt hatten wir noch mit dem heutigen Stadionsprecher zu tun, der damals das Mädchen für alles war. Da waren wir schon fast drin, und dann kam Herr Rotthaus dazu. Heute ist der Stadionsprecher übrigens auch Hoffenheims Fanbetreuer.

Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden