21.02.2011

Die besten Tore aus den Tiefen der Ligen

Hartplatzhelden 2010

Jedes Jahr kürt hartplatzhelden.de das beste Tor der deutschen Amateurszene. Gewinner in diesem Jahr ist ein Treffer, den man ähnlich schon als Returnschlag beim Tennis gesehen hat. Wir sprachen mit dem Schützen Patrick Rölle.

Interview: Andreas Bock Bild: Imago

Patrick Rölle, du hast im November 2010 ein Tor geschossen, das nun auf hartplatzhelden.de von Manni Breuckmann, Günther Jauch und anderen zum Tor des Jahres gewählt wurde. Wie steht dir der späte Ruhm?

Patrick Rölle: Ach, es rufen ständig Leute an. Dabei bin ich gar nicht so sehr im Mittelpunkt. Die Mannschaft zählt, weiß man doch! Was ich schön finde: Ich bekomme neue Fußballschuhe. Die wünsche ich mir in der passenden Größe für meinen zwölfjährigen Sohn. Der hat das Tor live gesehen und sich wahnsinnig gefreut. Dabei kennt er eigentlich ganz andere Tricks – sein Held heißt Messi. (lacht)



Wirst du beim TuS Mayen nun der Björn Borg des Fußballs genannt?


Patrick Rölle: Weil ich den Ball Pingpong-artig zurück ins Tor schoss?

Niemand spielte je so einen lässigen und zugleich erfolgreichen Return mit einem Fußball wie du.

Patrick Rölle: Ich habe ein solches Tor auch noch nie gesehen.

Der Treffer erinnerte ein bisschen an die beiden Tore, die sich Herthas Keeper Sascha Burchert im Oktober 2009 gegen den HSV fing. Hast du dich inspirieren lassen?

Patrick Rölle: Überhaupt nicht, zumal ich die Tore gegen Burchert gar nicht kenne. Wobei ich jetzt auch nicht sagen will, dass das war alles Kalkül und großes Können. Es war auch viel Glück dabei.

Wieso?

Patrick Rölle: Ich stand eigentlich auf einer anderen Position. Mit einem Mal rief mir mein Trainer etwas zu. ich verstand ihn nicht, rannte also quer in seine Richtung. Just in dem Moment schlug Burgbrohls Torwart den Ball ab. Ich schaute nach rechts, und sah den Ball direkt auf mich zufliegen.

Ein Tor im Vorbeigehen also?

Patrick Rölle: Quasi. Glücklicherweise zählte das Ding.

Wieso denn nicht?

Patrick Rölle: Ich schoss in dem Spiel insgesamt vier Tore, aber nur zwei wurden anerkannt. Es war ein bisschen zum Verrücktwerden.

Würdest du von einem Torwartfehler sprechen?

Patrick Rölle: Teilweise. Er schlug die Bälle jedenfalls schon in der ersten Hälfte sehr kurz ab. Ich sagte meinen Mitspielern in der Pause, dass wir weiter aufrücken sollten.

Wusstest du, dass dein Tor gefilmt wird?

Patrick Rölle: Schon vor dem Spiel war eine Menge los. Es war ja das Derby gegen die SpVgg. Burgbrohl. Die Zeitungen berichteten tagelang und die knapp 300 Zuschauer waren gespannt wie Flitzebogen. Ein Fernsehteam ist in der Rheinlandliga dennoch keine Normalität.

Hast du das Team von »Myk TV« gleich nach dem Mitschnitt gefragt?


Patrick Rölle: Nein, ich entdeckte das Tor eher zufällig im Internet. Mit einem Mal wurde es bei hartplatzhelden.de zum Tor des Monats gekürt, und nun zum Tor des Jahres.

Hast du denn Ambitionen für die späte Karriere in einer höheren Liga?

Patrick Rölle: Ach, komm, ich bin 36 Jahre alt. Vielleicht spiele ich noch eine weitere Saison – und dann werden wir mal sehen.

Auf Seite 2: Das Tor von Patrick Rölle und die restlichen Gewinnervideos >>

Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden