23.09.2010

DFL-Medienchef Tom Bender über Fußball in 3D

»Wir haben keine Glaskugel«

Zur Rückrunde sollen Frings, Van Bommel und Co., dank 3D,  bis auf den Couchtisch grätschen. Wir sprachen mit DFL-Medienchef Tom Bender über technische Innovationen und einsame Fernsehabende im Partykeller.

Interview: Thorsten Schaar Bild: Imago
DFL-Medienchef Tom Bender über Fußball in 3D
 Was wird die erste Partie am 18. Spieltag sein, die in 3D übertragen wird? St. Pauli gegen Freiburg?

Ich kann bislang nur sagen, dass die Partie an einem Sonntag stattfindet. Samstag gibt es als Highlight bereits die Live-Konferenz, sonntags ab Februar 2011 dann verlässlich ein 3D-Spiel. Wir richten uns nach dem Spielplan, nicht der Spielplan nach unseren 3D-Plänen. Und wir schauen, welche Stadien am besten geeignet sind.

Gibt es Mannschaften, die für 3D-Zwecke besonders attraktiv sind?

Ein 4:4 ist grundsätzlich immer gut geeignet. Der wichtigste Mann ist dabei nicht der Kommentator, sondern der Regisseur. In einem Live-3D-Spiel macht er als Bildererzähler den Unterschied aus: Nicht nur, wie er die Kameras positioniert, sondern auch, wie er sie einsetzt. Die Kunst ist, dem Zuschauer das Gefühl zu geben, dass er zum Beispiel bei einer Ecke neben dem Spieler steht.

Werden Sie auch Szenen außerhalb des Spielfelds beobachten?

Nein, das Spiel steht bei uns immer im Mittelpunkt. Es geht nicht um willkürliche Effekthascherei. Das wäre nicht mit unseren Qualitätsstandards zu vereinbaren.

Was kostet die Produktion eines 3D-Spiels?

So etwas kann pro Spieltag schon einmal 100.000 Euro Mehraufwand bedeuten.

Wann investieren Sie diese Summe erstmals für Ihren Lieblingsklub Fortuna Düsseldorf?

Für viele Fortuna-Fans war es zum Start schon schwer genug, die Spiele in 2D zu ertragen. Im Ernst: Die Spiele von Fortuna gibt es bis auf Weiteres nicht, weil wir die 2. Bundesliga nicht in 3D übertragen. 3D-Spiele gibt es erst einmalausschließlich in der Bundesliga.

Wie schauen Sie sich die Bundesliga selbst zu Hause an – in HD oder 3D?

Mein Fernseher, auf dem ich die Spiele gerne sehen würde, ist HD-tauglich. Ich habe allerdings eine Ehefrau und zwei Töchter. Die Hoheit der Fernbedienung hat man bei drei Frauen längst abgegeben. Ich gucke Fußball daher vorwiegend in unserem Partykeller. Und muss mich dort mit einem älteren Gerät zufrieden geben. Unabhängig davon bin ich überzeugt, dass HD einen deutlichen Erlebniszuwachs gebracht hat.

Genauso wie 3D in Zukunft?

Ob das auch mit 3D gelingt, wird sich im Laufe der Zeit zeigen.

Werner Hansch war also ein Visionär, als er in den neunziger Jahren hinsichtlich Souleyman Sané ausrief: »Jetzt haben sie gleich Sané auf dem Kaffeetisch.«

Werner Hansch hatte eben immer schon eine besonders feine Nase.

In einem Punkt sind wir uns aber einig: Im Stadion machen sie das mit diesem 3D-Fußball schon ziemlich lange. Oder?

Ganz klar, nichts ist besser als Live-Fußball im Stadion!
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