DFL-Konzept löst Stimmungsboykott aus

Schweigeminuten

Die geplante Verabschiedung des Sicherheitskonzepts der DFL am 12. Dezember stößt in den Fanszenen Deutschlands auf Unverständnis. Organisierte Fangruppen bezeichnen das Konzept »Sicheres Stadionerlebnis« als überhastet, überzogen und repressiv. Die Aktion »12Doppelpunkt12« soll den Fangruppierungen eine bzw. keine Stimme verleihen. Wir sprachen mit einem Initiator.

Stefan Hupe, momentan schweigen die organisierten Fans die ersten zwölf Minuten und zwölf Sekunden einer Bundesligapartie. Warum?
Parallel zum Fangipfel in Berlin am 1. November, gab es ein Treffen der Ultra-Szenen 47 verschiedener Vereine. Während es beim Fangipfel vordergründig darum ging, Strukturen zu schaffen, wurde hier über konkrete Protestaktionen gesprochen. Der Stimmungsboykott über zwölf Minuten, zwölf Sekunden ergibt sich in Anlehnung an die Mitgliederversammlung am 12.12., in der über das Sicherheitskonzept der DFL abgestimmt werden soll.

Die Aktion »12Doppelpunkt12 - Ohne Stimme keine Stimmung« soll an allen Spieltagen bis zur Abstimmung durchgezogen werden. Wie bringt man 47 Fanblöcke dazu, gemeinschaftlich zu schweigen?
Die Resonanz und Sensibilität für dieses Thema ist durchaus größer als bei anderen gemeinsamen Themen zuvor, wie zum Beispiel beim Fankongreß, Pro-Fans oder Unsere Kurve. Es gab auch noch ein paar andere Ideen, die darüber hinaus gingen. Aber der Stimmungsboykott soll explizit den Kontrast aufzeichnen, wie die Stimmung in den Stadien wäre, sollte das Konzept in der Form unterzeichnet werden.

Glauben Sie denn, dass die Fans durch die Aktion Einfluss nehmen können?
Wenn wir nicht daran glauben würden, dann könnten wir es direkt bleiben lassen. Wir erhoffen uns auf jeden Fall mediale Aufmerksamkeit zu diesem Thema, um so den Druck auf die DFL und den DFB hochzuhalten. Aber auch auf diejenigen, die ihrerseits Druck auf die DFL und den DFB ausüben, die Polizei und die Politik.

Sind noch weitere bundesweite Aktionen geplant?
Der Stimmungsboykott bleibt die einzige Aktion, die vereinsübergreifend in den Stadien durchgeführt werden soll. Ob noch weitere Aktionen in den jeweiligen Vereinen stattfinden, bleibt den jeweiligen Fanszenen überlassen.

Was muss passieren, dass am 12. Dezember eine Lösung präsentiert wird, die allen gefällt?
Generell sollten sich alle Parteien mal besinnen und etwas Schärfe und Tempo aus der Diskussion nehmen. Es ist doch paradox, dass die DFL betont, dass die sichersten Stadien in Deutschland stehen und dennoch soll noch vor der Winterpause dieses Sicherheitskonzept verabschiedet werden.

Und wie sähe die perfekte Lösung aus?
Eine perfekte Lösung wird es wahrscheinlich nicht geben. Meine Wunschvorstellung wäre, dass man das Konzept in den Müll haut. Erst dann könnte man komplett bei Null anfangen und sich ehrlich und konstruktiv zusammensetzen.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!