Gab es auch negative Erfahrungen?
Das bisher einzig Negative hab ich in einer Fußgängerzone in München erlebt. Ich bin dort für ein großes Sportgeschäft aufgetreten. Eine Gruppe von Jugendlichen kam auf mich zu und machten blöde Sprüche. Einer von den Jungs war etwas krasser drauf. Er streckte mir die Hand entgegen und ich dachte, er wolle cool abklatschen. Aber er schlug die Hand aus, nahm Anlauf und verpasste mir einen üblen Tritt gegen die Brust. Ich fiel auf den Hinterkopf.
Wie nah ist man als Paule an der Mannschaft?
Als Maskottchen hat man schon eine Menge Freiheiten. Natürlich sollte ich nicht unbedingt vor der Trainerbank rumhampeln und Jogi Löw die Sicht versperren. Auch in der Halbzeitpause würde es wahrscheinlich eher stören, wenn ich mit in die Kabine komme.
Eine Brandrede von Paule wird es also nicht geben?
Eher nicht. Ich habe aber schon Kontakt zu den Spielern, vor allem nach dem Abpfiff. Nach der Partie gegen die Türkei in Berlin beispielsweise war natürlich eine super Stimmung unter den Spielern. Ich wurde in die Mitte genommen und zusammen gingen wir in die Fankurve. Manchmal gibts auch kleine Smalltalks mit den Spielern.
Über was redest du mit einem Nationalspieler?
Das sind keine langen Gespräche. »Hey Poldi, super Spiel heute.«
So etwas.
Hast du auch schon Spieler nach einer Niederlage getröstet?
Ich glaube nicht, dass das so gut ankommen würde, wenn ich ihnen nach einem verlorenen Spiel über den Kopf streichle. Ich halte mich dann lieber zurück und gehe mit gesenktem Kopf über den Platz. Als Maskottchen präsentiere und spiegele ich ja auch die Stimmung der Mannschaft wieder.
Fühlst du dich als fester Bestandteil der Mannschaft?
In gewisser Weise schon. Es gab auch noch kein negatives Feedback von den Spielern. Ich glaube, das Team weiß, dass ein Maskottchen ein Stück weit die Brücke zwischen der Mannschaft und den Fans bildet.
Bei der Nationalhymne stehst du auch immer mit an der Bank. Singst du mit?
Ich bin ja eigentlich ein Vogel und kann gar nicht singen. Zumindest nicht die Menschensprache. Aber ich tue dann einfach so, als ob ich's doch könnte.