Der Ex-Werder-Profi vor dem Spiel gegen Bayern

Frank Baumann: »Schaaf brennt immer noch«

Vorletzte Saison beendete Frank Baumann fast ein bisschen zu leise seine Karriere. Grund genug, mal zu fragen: Wie geht's Ihnen eigentlich? Vor dem Spiel gegen den FC Bayern sprachen wir mit ihm über Thomas Schaaf und den Abstiegskampf. Der Ex-Werder-Profi vor dem Spiel gegen BayernImago

Frank Baumann, wo erwischen wir Sie gerade?

Frank Baumann: In meinem Büro bei Werder Bremen. Ich bin seit einem Jahr Assistent von Manager Klaus Allofs und übernehme organisatorische Tätigkeiten rund um die Mannschaft. Ich bin vor allem für die jungen Spieler Ansprechpartner, bin ins Scouting eingebunden und betreue die Gegner bei internationalen Spielen. Ein sehr abwechslungsreicher Job.

[ad]

Hat sich diese Perspektive schon während Ihrer aktiven Karriere herausgebildet?

Frank Baumann: Es gab schon während meiner Spielerzeit diese Überlegung, auch im Anschluss etwas im Verein zu machen. Eine entsprechende Vereinbarung war dann auch Bestandteil meines letzten Spielervertrags.

Sie standen von 1999 bis 2009 in fast 200 Bundesligaspielen für Werder auf dem Platz und feierten viele Erfolge. Derzeit ist der Klub in der Krise. Ist er auch in Ihrer Wahrnehmung im Abstiegskampf angekommen?


Frank Baumann: Man muss das so anerkennen, wenn man nach der Hälfte der Saison da unten drin steht, nur wenige Punkte vor einem Abstiegsplatz. Spätestens seit dem 0:3 in Köln geht es darum, den Abstand nach unten zu vergrößern.

Sie haben die Ära Thomas Schaaf praktisch von Anfang an miterlebt. Was zeichnet ihn als Trainer aus?

Frank Baumann: Er ist ein absoluter Fachmann, dazu extrem akribisch. Er hat eine klare Philosophie, wie er Fußball spielen lässt. Er brennt immer noch. Ich kann keine Abnutzungserscheinungen erkennen.

Warum Thomas Schaaf bei Werder bleiben muss >>

Am Wochenende empfängt Werder die Bayern. Einer Ihrer größten Erfolge war der Gewinn der deutschen Meisterschaft 2004 im Münchner Olympiastadion. Ihre schönste Erinnerung als Fußballer?

Frank Baumann: In München die Meisterschaft perfekt zu machen, ist nicht so schlecht. Wir haben etwas geschafft, das vorher kein Mensch erwartet hatte.

Was fehlt Werder in dieser Saison im Vergleich zu damals?


Frank Baumann: Wir hatten die Automatismen, die man für das Spiel braucht. Wir waren absolut eingespielt, wussten genau, wie der andere läuft. Verletzungen hatten wir kaum. Das ist beides in diesem Jahr nicht so.

Sie haben mit Nürnberg Erfahrung im Abstiegskampf gesammelt. Welchen Ratschlag können Sie den Werder-Profis geben?


Frank Baumann: Nun, ich bin da vielleicht ein schlechter Ratgeber, ich bin ja damals mit Nürnberg dann abgestiegen (lacht). Im Ernst: Es geht nur als Mannschaft. Als Einzelner kann man nichts herumreißen.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nichts akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!