14.08.2013

Der Ein-Mann-Fanblock von Illertissen im Interview

»Ich bin das Mädchen für alles«

Stefan Dömsödi ist Fan des FV Illertissen, einem Regionalliga-Verein in Südbayern. An sich nichts besonderes, gäbe es nicht ein Youtube-Video von ihm, das bereits Kultstatus erreicht hat. Wir wollten mehr über den Ein-Mann-Mob wissen. Hier spricht er über Einsamkeit, Aberglaube und den DFB-Pokal.

Interview: Amir Addin Bild: Imago

Stefan Dömsödi, durch Ihren leidenschaftlichen Support für den FV Illtertissen sind Sie zum Youtube-Star geworden. Wie kam es zum kuriosen Ein-Mann-Mob im Gäste-Fanblock? Standen die anderen Fans noch im Stau?
(lacht) Nein, das ist für mich Fan-Alltag. Zumindest was Auswärtsspiele betrifft.


Hat Illertissen ein Fanproblem?
Das kuriose beim FV Illertissen ist, dass es einfach keine Fankultur und somit auch keine Fangruppierungen gibt. Ich bin der einzige aktive Fan des gesamten Vereins. Die Ausnahme bilden höchstens noch die Jugendspieler. Insofern habe ich keine andere Wahl, als es trotzdem durchzuziehen und meinen Verein so zu unterstützen, wie er es verdient.

Keine Fans sind eher ungewöhnlich für einen Verein, der immerhin in der Regionalliga spielt.
Richtig! Das hat natürlich auch damit zu tun, dass der Nachbarverein SSV Ulm heißt. Das ist ein Traditionsklub, der attraktiver ist und dementsprechend viele Fans hat. So fehlt leider das Interesse für den FV Illertissen.
 
Wie entstand Ihr Interesse am Verein?
Ich hab die Mannschaft schon in der Oberliga begleitet, da Illertissen ein gut geführter  Verein ist und dort wirklich schöner Fußball gespielt wird. Nach dem Aufstieg in die Regionalliga habe ich dann gedacht, dass die Mannschaft endlich richtige und vor allem mehr Fans braucht. Ich gründete daraufhin den ersten Fanklub, obwohl der Verein bereits seit 1921 existiert. Dieser Fanklub hat mittlerweile 65 Mitglieder.

Trotzdem fahren Sie immer noch alleine auswärts?
Das Problem ist, dass viele Fanklub-Mitglieder bereits dem älteren Semester angehören und somit keine Lust und auch Zeit für Auswärtsfahrten haben. Hin und wieder kann es mal vorkommen, dass die Familien die Mannschaft begleiten, aber im Endeffekt stehe ich meistens alleine im Block - mit Trommel und Fanfare.

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