Das Kopfballungeheuer der Liga: Alex Madlung

»In der Luft wird mit den Armen gearbeitet«

Mit Daten des Statistiklieferanten Opta küren wir in unserem Bundesliga-Sonderheft fünf Überraschungssieger der Saison 2013/14. Einer davon ist Alexander Madlung. Der Frankfurter gewann über 78 Prozents seiner Kopfballduelle und sorgte in der Rückrunde vorne wie hinten für Stabilität.

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Alexander Madlung, wissen Sie, wie viele Ihrer 25 Tore Sie per Kopf erzielt haben?
Vermutlich mehr als mit dem Fuß.

Es sind 14.
Wirklich? Die Quote ist ja fast ausgeglichen (Lacht). Spaß beiseite: Diese Quote stimmt.

Sie sind 1,93 Meter groß. Extra-Kopfballschichten sind da nicht nötig, oder?
Die Größe hilft, ist aber nur eine Grundvoraussetzung. Ohne das richtige Timing und Sprungvermögen wäre ich wohl nur ein mittelmäßiger Kopfballspieler.

In der abgelaufenen Saison sind Sie Ihrem Ruf als Kopfballungeheuer gerecht geworden. Nervt es Sie eigentlich, darauf reduziert zu werden?
Das ist doch eher eine Auszeichnung. Das Kopfballspiel gehört zu meinen Stärken – warum sollte ich das wegdiskutieren? Trotzdem kann ich mich nicht einfach darauf verlassen. Jedes Jahr kommen neue Spieler in die Bundesliga, die ebenfalls stark in der Luft sind. Deswegen trainiere ich mein Kopfballspiel täglich.

Wie dürfen wir uns das vorstellen?
Im Training arbeite ich an den Feinheiten, etwa Kopfbälle so zu klären, dass direkt ein neuer Spielzug eingeleitet wird. Außerdem absolviere ich Übungen, die das Timing und die Sprungkraft schulen. Und natürlich machen wir viel im Bereich Stellungsspiel. Es ist wichtig, schon vor dem Kopfballduell richtig zum Ball zu stehen und dadurch einen Vorteil gegenüber meinem Gegenspieler zu haben.

Notfalls auch mit einem versteckten Foul? In Kopfballduellen geht es oft ruppig zur Sache.
Vielleicht auch mal mit ein bisschen Härte, aber ohne Foul. Oftmals müssten ohnehin eher die kopfballstarken Spieler geschützt werden.

Wie meinen Sie das?
Viele kleine Spieler gehen oft gar nicht mit hoch, sondern machen den Buckel und hoffen, dass sie den Freistoß bekommen. Außerdem wird in der Luft häufig mit den Armen gearbeitet. Es ist ein Unterschied, ob man den Arm zum Hochspringen nutzt und seinen Kopf schützt oder eben ausschlägt. Die Schiris müssten hier genauer unterscheiden.

Sie sind auch in der Offensive brand­gefährlich. Gibt es Unterschiede zu Kopfbällen in der Verteidigung?
In der Offensive brauche ich natürlich einen geeigneten Flankengeber. Er muss den Ball möglichst oft auf den gleichen Punkt bringen können. Sonst wäre alles, was wir uns im Training erarbeiten, für die Katz.

Sind die Standards der Eintracht denn hauptsächlich auf das Kopfballungeheuer Madlung ausgelegt?
Natürlich spiele ich dabei eine zentrale Rolle. Manchmal bin ich aber auch dafür eingeplant, den Ball zu verlängern oder einen kopfballstarken Verteidiger mit meinem Laufweg vom Tor wegzuziehen, damit ein anderer diese Lücke nutzen kann. Wir haben da einige Varianten in der Hinterhand.

Gibt es einen Kopfballspieler, der Sie besonders beeindruckt?
Nelson Valdez.

Valdez?
Ein richtig unangenehmer Stürmer, der trotz seiner Größe unglaublich kopfballstark und immer für ein Tor gut war. Shinji Okazaki von Mainz 05 ist ähnlich. Man muss sich nur sein Kopfballtor bei der WM gegen Kolumbien ansehen.


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