Das 0:5 im neuen Tivoli

»Wie ein Auswärtsspiel«

Dass der FC St. Pauli das erste Spiel im neuen Aachener Tivoli 5:0 gewinnt, ist an Impertinenz nicht zu überbieten. Wir befragten Christoph Löhr, Mitherausgeber des Alemannia-Magazins »In der Pratsch«, zum Hausfriedensbruch. Das 0:5 im neuen TivoliImago

Christoph Löhr, was überwiegt, der Frust über den verpatzten Auftakt oder die Freude über das neue Stadion?

Der Frust, denn ich gehe des Sports wegen zum Fußball und nicht wegen des Ambientes.

[ad]

Die Stimmung ist zur 2. Halbzeit eingebrochen, als die Mannschaft die Fans am meisten nötig hatte. Wäre das im alten Tivoli auch passiert?

Früher nicht, aber in den letzten Jahren schon. Das sind die Geister, die die Alemannia Aachen GmbH gerufen hat. Die spricht selbst von Kunden und nicht von Fans, und Kunden singen halt nur, wenn die Ware stimmt.

War der Druck für die Mannschaft zu groß, den Fans in der neuen Arena etwas bieten zu müssen?

Schwer zu sagen. Sicher war da Druck, aber es gibt bestimmt auch Profifußballer, die solchen Druck positiv umsetzen.

Bist Du persönlich schwer enttäuscht?

Eigentlich nicht. Im Grunde ist es eine Fortsetzung der letzten Saison. Ich mag die Auffassung unseres Trainer vom Fußball nicht. Wenn du in so einer neuen Hütte spielst, dann kann es nicht sein, dass man da nach fünf Minuten den Gegner schon kommen lässt. Da muss man zu Hause mit mehr Druck agieren. Doch Druck gemacht haben lediglich die Paulianer, und das eigentlich auch nur, wenn sie Bock hatten. Das hat dann aber schon gereicht.

Viele Mannschaften hatten in der Vergangenheit Probleme, sich an ein neues Heimstadion zu gewöhnen. Denkst du, dass es der Alemannia ähnlich gehen könnte?

Ich glaube nicht, ich bin da nicht abergläubisch. Vielleicht ist in letzter Zeit zu viel über das neue Stadion geredet worden, jetzt muss der Fußball wieder im Vordergrund stehen. So laut wie es zu Spielbeginn war, hätte es die Mannschaft auch beflügeln können. Wir hatten ja zum Anfang zwei gute Torchancen. Ich denke, in Zukunft wird es wieder besser laufen.

Ist die Stimmung im neuen Stadion besser als im alten Tivoli?

Anfangs hat es sich wie ein Auswärtsspiel angefühlt, alles war neu und fremd. Lauter war es schon, aber irgendwie auch ein wenig blechern. Da habe ich den alten Tivoli schon ein wenig vermisst. Dort werde ich auch weiter die Spiele der 2. Mannschaft verfolgen. Ich bin jetzt 25 Jahre ins alte Stadion gerannt, da steigt man nicht so einfach um.

Glaubst du, die Fans können sich in die neue Arena genauso verlieben wie in den alten Tivoli?

Da müssen sicher noch ein paar Dellen in die Stufen getreten werden, bis das eine wahre Liebe wird.


Christoph Löhr ist Mitherausgeber des Alemannia-Magazins »In der Pratsch« - Unabhängiges Magazin für abhängige Alemannen.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!