07.05.2013

Dariusz Wosz über den Abstiegskampf und Peter Neururer

»Der VfL lag auf der Intensivstation!«

Die Kombination Dariusz Wosz und Peter Neururer klingt wie eine Zeitreise in die neunziger Jahre. Doch sie funktioniert – der  VfL hat zuletzt vier Siege in vier Spielen geholt. Wir sprachen mit Bochums Co-Trainer über den Abstiegskampf, Ascheplätze und Vorwürfe an seinen Chef.

Interview: Alex Raack Bild: Imago

Dariusz Wosz, 2007 beendeten Sie Ihre Karriere als Profi – und spielen seitdem für einen Bezirksligisten. Ein ehemaliger Nationalspieler als Amateurfußball: Warum tun Sie sich das an?
Ganz einfach: Ich wollte mich weiter fit halten. Mein ehemaliger Berater und Kumpel arbeitet beim SC Union Bergen im Vorstand, er lud mich ein, für seinen Verein zu spielen. Bis heute habe ich das nicht bereut.

Was war die größte Umstellung von Bundesliga auf Bezirksliga?
Der Ascheplatz!

Furchtbar, was?
Ach was, auf Asche bin ich doch auch groß geworden. Wenn man so will, bin ich einfach dahin zurückgekehrt, wo ich herkomme.

Welche Position spielen Sie inzwischen?
Ich habe hier schon jede denkbare Rolle gespielt. Mein Trainer sagt: Dariusz, spiel einfach wo du willst. Ich bin also frei wie ein Vogel.

Sie waren Nationalspieler, haben im Uefa-Cup gespielt und sehr viel Geld verdient. Wie viel Divenhaftigkeit mussten Sie sich abtrainieren?
Och, das war schon alles im Rahmen. Nur mit den Schiedsrichtern war ich zu Beginn sehr selten zufrieden. Diese jungen Kerle könnten ja teilweise fast meine Söhne sein! Ich habe mich mit ihnen angelegt, sie haben mich verwarnt. Das war es dann aber auch.

Sind schon einmal von einer Bezirkssportanlage geflogen?
Einmal. Aber das war ein Missverständnis. Ich wollte den Schiedsrichter gar nicht beleidigen!

Wie viele Kästen Bier mussten Sie springen lassen, um von der neuen Mannschaft akzeptiert zu werden?
Einen oder zwei Kästen habe ich bestimmt mal ausgegeben. Aber das war es dann. Die Jungs hatten mit mir nie Probleme und ich mit ihnen nicht. Wir haben unseren Spaß. Allerdings sehe ich meine Mannschaft momentan nur sehr selten.

Weil Sie berufliche Verpflichtungen haben. Bochums neuer Trainer Peter Neururer hat Sie zu seinem Assistenten gemacht.
Er sagte: »Darek, wenn, dann mache ich das mit Dir!« Wir kennen uns ja schon lange, waren auch in den vergangenen Jahren immer in Kontakt und schätzen uns sehr.

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