25.06.2011

Dario Rodriguez über die Copa Libertadores und Schalke

»Ich werde zurückkommen«

Schalkes Publikumsliebling Darío Rodríguez verlor mit seinem Heimatverein Penarol Montevideo jüngst das Finale um die Copa Libertadores. Mit uns sprach er über das wichtigste Spiel seiner Karriere und seine Sehnsucht nach Deutschland.

Interview: 11Freunde Bild: Imago
Dario Rodriguez über die Copa Libertadores und Schalke
Darío Rodríguez, Sie haben am Mittwoch mit Penarol Montevideo im Finale gegen den brasilianischen Vertreter Santos FC verloren. Wie groß waren die Chancen auf den Titelgewinn?

Darío Rodríguez: Das war ein typisches Finalspiel. Sehr eng, sehr umkämpft, mit zwei Mannschaften, die unbedingt gewinnen wollten. Auch wir hatten unsere Möglichkeiten, aber am Ende hat Santos gewonnen. Unser Traum war, die Copa Libertadores zu gewinnen. Dieser Traum ist nun geplatzt.

 

Haben Sie die Niederlage schon verarbeitet?

Darío Rodríguez: Wir sind alle sehr traurig. Wir wollten den Uruguayern die Copa schenken. Es hat nicht gereicht. Ob diese Chance so schnell wiederkommen wird, ist ungewiss.

Direkt nach dem Spiel kam es zu einer Massenschlägerei auf dem Platz. Spieler von Penarol und Santos gingen brutal aufeinander los. Was war da los?

Darío Rodríguez: Nach dem Spiel kamen Fans von Santos aufs Spielfeld und provozierten einen Mitspieler von mir. Dann gab es einen kleinen Fight. Das sind Dinge, die in Brasilien immer mal wieder passieren. 

Konnten Sie denn nicht schlichten?

Darío Rodríguez: Zuerst habe ich natürlich meinen Mitspieler verteidigt. Was sollte ich tun? Alle traten und schlugen um sich. Aber dann habe ich schnell versucht, die Spieler auseinander zu halten und zu schlichten. Alles ging viel zu schnell. In so einer Situation kann man nicht den Überblick behalten. Eins ist klar: Diese Gewalt tut dem Fußball nicht gut.

Haben Sie nach der Prügelei mit Spielern von Santos gesprochen?

Darío Rodríguez: Nein, die Spieler von Santos tragen keine Schuld an den Geschehnissen. Es war ein Santos-Fan, der provoziert hat und wir haben uns provozieren lassen. Der Funke sprang blitzschnell über. Die Mannschaft von Santos war nicht interessiert an einer Auseinandersetzung. Die wollten doch nur in Ruhe ihren Sieg feiern.

Sie haben zwischen 2002 bis 2008 bei Schalke gespielt. Denken Sie oft an ihre Zeit in Deutschland?

Darío Rodríguez: Wenn ich mit meinen Kollegen oder meiner Familie über Fußball spreche, dann spreche ich automatisch von Schalke. Das war eine super Zeit. Hier in Montevideo verfolge ich die Bundesliga sehr genau. Wir spielen mit Penarol am Sonntag. Schalke spielt meistens samstags. Das passt sehr gut.

Haben Sie Kontakt mit Schalker Spielern?

Darío Rodríguez: Vor allem mit meinem Freund Alexander Baumjohann. Er ist noch ein junger Spieler und ich wünsche ihm, dass er sich bei Schalke durchsetzen kann. Wir telefonieren hin und wieder. Und natürlich mit Marcelo Bordon.

Wenn Sie jetzt zurückblicken: Hat Sie die Zeit in Deutschland verändert?

Darío Rodríguez: Und wie. Sehen Sie, meine Tochter ist in Deutschland geboren. Sie wird mich immer an Schalke erinnern. Diese Zeit war eine wichtige Prüfung, aus privater und beruflicher Sicht. Eine sehr wichtige Zeit, die mich menschlich nachhaltig beeindruckt hat. 

Sie leben seit 2008 wieder in Montevideo. Fühlt es sich gut an, wieder in der Heimat zu sein?

Darío Rodríguez: Montevideo ist sehr schön. Vor allem im Sommer. Ich bin glücklich mit meiner Frau und meinen beiden Kindern. Im Moment bin ich im Urlaub am Meer, in Punta del Este. Ich denke über meine Karriere nach und darüber, wie es weiter geht.

Ist der Profi-Fußball in Uruguay eigentlich ein anderer als der in Deutschland?

Darío Rodríguez: Die Leidenschaft ist dieselbe. Was die meisten nicht glauben können: Die Fans von Penarol und Schalke sind sehr ähnlich. Auch wenn unsere Anhänger Schwarz-Gelb tragen. Generell sind sich die Deutschen und die Uruguayer sehr ähnlich: Sie sind es gewohnt zu gewinnen.

Die Saison in Südamerika ist nun vorbei. Ist ein Urlaub in Deutschland geplant?

Darío Rodríguez: Woher wissen Sie das? Ich bin schon ganz bald zurück, nämlich zum Abschiedsspiel von Marcelo Bordon am 9. Juli. Ich freue mich schon auf die Fans in der Arena. Das Gefühl beim Einlaufen vermisse ich bis heute.

Bleiben Sie doch einfach hier...
Darío Rodríguez:  Wenn ich meine Karriere nächstes Jahr beende, komme ich irgendwann wirklich zurück nach Deutschland. Vielleicht sogar als Trainer. Aber egal, ob ich Arbeit finde oder nicht. Ich werde zurückkommen. Das ist sicher.
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