13.07.2014

Dante über das 1:7-Debakel und das WM-Finale

»Wir waren ein Totalausfall!«

Keine zwei Monate ist es her, da feierte Dante mit dem FC Bayern das Double – als Stammspieler in der Innenverteidigung. Bei der WM im eigenen Land war der Brasilianer meist nur Ersatz. Und als er ran durfte, erlebte er im Halbfinale gegen Deutschland das historische 1:7-Debakel.

Interview: Ivana Ebel und Florian Riesewieck Bild: Imago

Dante, Sie haben die ganze WM über auf Ihren ersten Einsatz gewartet – und dann passiert er im schlimmsten Moment der brasilianischen Fußballgeschichte. Können Sie schon erklären, wie dieses 1:7 zustande gekommen ist?
Eigentlich war ich optimistisch, Brasilien in diesem Spiel helfen zu können. Ein WM-Spiel im eigenen Land gegen Deutschland spielen zu dürfen – das war für mich schon etwas Besonderes. Aber leider hatte unser Team einen ganz schlechten Tag. Wir haben taktische Fehler gemacht und die Deutschen konnten jeden einzelnen ausnutzen. Wir waren nervös, schlicht ein Totalausfall und konnten dann nicht mehr reagieren. Niemand von uns hätte erwartet, dass so etwas jemals in einer WM passieren könnte. Und erst recht nicht uns.
 
Wer trägt die Schuld?
Da kannst du nicht einen einzigen ausmachen. Luiz Felipe Scolari hat eineinhalb Jahre einen guten Job gemacht. Wir waren gut in den Freundschaftsspielen, während des Confederations Cups, und wir haben bei der WM immerhin mal das Halbfinale erreicht. Leider kam dann so ein Spiel, in dem alles schief lief. Deutschland hat daraus seine Tore gemacht.
 
War es Pech, ausgerechnet in diesem Moment Teil des Teams zu sein?
Vor dem Anpfiff war ich einfach nur glücklich, endlich für mein Land spielen zu dürfen, vor meinen Freunden, meiner Familie und unserer ganzen Nation. Jetzt bin ich sehr traurig, wie alles ausgegangen ist.
 
Sie haben gegen viele Spieler gespielt, die Sie aus dem täglichen Bayern-Training kennen – und gegen andere, die Ihnen aus der Bundesliga oder der Champions League bekannt sind. Warum waren die trotzdem nicht aufzuhalten?
Bayern hat eine große Mannschaft, und die sieben Spieler, die zum Nationalteam gehören, haben eine Riesen-Qualität. Ich glaube, zum Anfang des Spiels hatten wir eine ganz schlechte Organisation. Das Mittelfeld war komplett offen. Die Deutschen haben das zu ihrem Vorteil gemacht. Unsere Defensivarbeit hat das sehr erschwert.
 
Die brasilianische Presse hat spekuliert, dass die Deutschen nach dem 5:0 in der Pause einen Pakt geschlossen haben, Brasilien nicht weiter zu demütigen. Haben Sie davon etwas mitbekommen?
Ich könnte die Geste verstehen, wenn sie wirklich passiert ist. Aber ich weiß es nicht. Die Deutschen hatten zu dem Zeitpunkt auf jeden Fall gewonnen und wussten, dass wir nicht unseren besten Tag erwischt hatten.

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