07.07.2013

Daniel van Buyten über Pep Guardiola, Träume und seinen Karriereherbst

»Soll ich zuhause rumsitzen?«

Vor der abgelaufenen Saison hätte niemand damit gerechent, dass Daniel van Buyten beim FC Bayern seinen zweiten Karrierefrühling erleben würde. Hier spricht der Belgier über das wilde Gestikulieren von Pep Guardiola, seinen Traum von der WM-Teilnahme und Karriereperspektiven mit fast 36.

Interview: Tim Jürgens Bild: Imago

Daniel Van Buyten, die WM-Teilnahme 2014 mit Belgien könnte für Sie das perfekte Karriereende sein?
Natürlich ist das ein Ziel. Wir haben drei Punkte Vorsprung auf Kroatien, derzeit ist also alles möglich. Aber es kann noch viel passieren in den verbleibenden drei Spielen.

Ein grandioses Karrierefinale aber wäre es.
Ehrlich gesagt habe ich mir noch keine Gedanken darüber gemacht, was nach dem Fußball kommt. Momentan kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen, einfach zu Hause zu sitzen.

Was streben Sie denn an? Einen Trainerjob?
Wie gesagt, darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Es gab kaum Zeit dafür. Letzte Saison ging es in drei Wettbewerben darum, Titel zu gewinnen. Es war ein Superjahr. Und das ist in diesem Jahr nicht anders. Und mir macht das Fußballspielen so viel Spaß, dass es gerne noch noch zwei, drei Jahre weitergehen kann.

Sie haben nochmal für ein Jahr in München verlängert. Welche Ziele hat ein 35-Jähriger in diesem Verein noch?
Als ich vor sieben Jahren hierher kam, war es mein Ziel, in einer Top-Mannschaft zu spielen. Das habe ich erreicht. Nun bin ich sehr glücklich, dass man in meinem Alter nach wie vor auf mich setzt. Es gibt nicht mehr allzu viele Spieler, die in dieser Karrierephase auf diesem Niveau Fußball spielen. Was soll ich also für Ziele haben? Ist doch klar: Ich will noch ein paar Titel einheimsen. Denn das vergangene Jahr hat sich super angefühlt. Und je mehr ich an den Erfolgen der Mannschaft beteiligt bin, desto mehr freut es mich logischerweise.

Sie mussten sich nach dem Pokalfinale – und damit dem Gewinn des Triples – vor der Sommerpause auch ein Spiel in der WM-Qualifikation absolvieren. Waren Sie nicht fix und fertig?
Überhaupt nicht. Vielleicht geht das Spielern anders, die für Nationen auflaufen, die immer bei der WM dabei sind. Aber für uns Belgier ist das eine Riesenchance. Insofern war das Spiel gegen Serbien Anfang Juni noch ein wichtiger Teil der Saison für mich. Und ich hatte das Glück, topfit zu sein und an das höchste Niveau gewöhnt.

Wie war es, als Sie – der Triple-Gewinner – Anfang Juni zur Nationalmannschaft stießen?
Großartig. Alle applaudierten, als ich ins Hotel kam. Ein großartiges Gefühl. Zumal ich den direkten Vergleich hatte. Im Vorjahr kam ich nach dem verlorenen Champions League Finale auch zur Nationalelf. Da waren alle still – und ich war sehr traurig. Und jetzt wollten alle wissen, wie es gewesen war. Ich glaube, das hat dem Team sogar einen Schub gegeben, weil alle die Hoffnung haben, auch etwas Großes im Fußball zu erleben – eine WM zu erleben.

Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden