14.04.2011

Daniel Schwaab über Dutt, Hyypiä und sein Studium

»Hyypiä ist der geborene Trainer«

Daniel Schwaab ist keiner, der die Spotlights sucht. Dabei ist der Leverkusener einer der Shootingstars der Saison – zuletzt verdrängte er sogar den Turm zu Bayer, Sami Hyypiä, aus der Stammelf. Wir sprachen mit ihm über Heynckes, Dutt und seinen Studentenalltag.

Interview: Karol Herrmann Bild: Imago
Daniel Schwaab, die Legende besagt, dass Sie mit Patrick Helmes, Eren Derdiyok und Renato Augusto in einer Kölner WG gewohnt haben.

Daniel Schwaab: Man darf sich das nicht als Studenten-WG vorstellen. Wir haben lediglich im gleichen Haus gewohnt. Jeder hatte seine eigene Wohnung. Zwischen Bayer und dem Vermieter besteht ein guter Kontakt.



Darf man als Leverkusener überhaupt in Köln wohnen?

Daniel Schwaab: Ehrlich gesagt wohnen die meisten von uns in Köln. Das ist überhaupt kein Problem.

Neben dem Fußball studieren Sie Wirtschaftswissenschaften an der Fern-Uni Hagen. Wollen Sie später mal Wolfgang Holzhäuser beerben?

Daniel Schwaab: Ich hoffe mal, es dauert noch eine Weile bis meine Karriere vorbei ist. Danach wird man sehen. Eine Karriere im Management, Marketing oder eine eigene Fußballschule – das sind Konzepte, die ich mir gut vorstellen kann. Ich möchte mich aber in erster Linie weiterbilden und es kann nicht schaden, sich ein zweites Standbein aufzubauen.

Wie lässt sich der Profialltag mit dem Studentenleben verbinden?

Durch das Konzept der Fern-Uni kann ich bequem von zu Hause aus lernen. Wenn wir mit der Mannschaft unterwegs sind, nehme ich mir auch mal ein paar Übungsblätter mit. Ich bin keiner, der sich nach dem Training vor die Playstation setzt. Da bleibt genug Zeit. Dennoch: Priorität hat der Sport.

Lassen Sie uns über Fußball reden. Sie haben sich trotz großer Konkurrenz in Leverkusen durchgesetzt und stehen regelmäßig in der Startformation. Welche Faktoren waren für Ihre positive Entwicklung entscheidend?

Daniel Schwaab: Ich bin ja nicht aus Freiburg gekommen, um mich auf die Bank zu setzen und mir das mal anzuschauen. Ich war davon überzeugt, dass ich mich auch hier durchsetzen werde. Außerdem sehe ich mich als Vollprofi, der alles für seinen Beruf gibt und bringe meine Qualitäten im Sinne der Mannschaft ein. Das hat der Trainer registriert und mich regelmäßig aufgestellt.

Jupp Heynckes hat Ihnen von Anfang an vertraut. Wie schwer wiegt sein Abgang?

Daniel Schwaab: Das ist schade, da wir sehr erfolgreich sind und die Mannschaft ein gutes Verhältnis zu ihm hat. Aber ich weiß, dass wir auch in Zukunft einen sehr guten Trainer haben werden.

Robin Dutt ist ein alter Bekannter von Ihnen.

Daniel Schwaab: Wir haben in Freiburg schon zusammen gearbeitet und den Aufstieg in die Bundesliga geschafft.

Was wird Dutt anders machen als Heynckes?

Daniel Schwaab: In Freiburg haben wir noch mehr Leistungsdiagnostik betrieben als in Leverkusen – und auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse noch umfangreicher individuell trainiert. Dutt ist ein Trainer der neueren Schule, aber er kann natürlich noch nicht die Erfahrung haben, die ein Jupp Heynckes hat.

Wer trainiert härter?

Daniel Schwaab: Uns werden zukünftig härtere Trainingseinheiten erwarten.

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