26.03.2009

Daniel Fernandes im Interview

»Es ist hart für Ronaldo«

Vor dem Qualifikationsspiel gegen Schweden sprachen wir mit Portugals  Nationalkeeper Daniel Fernandes über seine Jugend in Kanada, seine Freundschaft zu Cristiano Ronaldo und ein Angebot vom FC Chelsea.

Interview: Frank Schwantes Bild: Imago
In der Nationalmannschaft spielen Sie gemeinsam mit Cristiano Ronaldo. Wie war Ihre Begegnung mit ihm?

Er war der Erste, der auf mich zukam und sagte: »Hallo, wie geht's dir?« Obwohl wir uns jahrelang nicht mehr gesehen hatten.

Sie kennen ihn schon länger?

Ich kannte ihn schon, als er noch in der Jugend von Sporting Lissabon spielte.

War er damals schon ein besonderer Spieler?

Cristiano hat hart dafür trainiert, um der beste Spieler der Welt zu werden. Früher hat er sich nachts manchmal heimlich aus dem Sporting-Internat geschlichen, um zu trainieren. Als das aufflog, engagierte der Klub einen Security-Guard.

Cristiano Ronaldo sorgt nicht nur als »Weltfußballer« für Schlagzeilen, sondern auch durch sein Privatleben. Redet man bei der Nationalmannschaft darüber?

Nein, das ist wirklich kein großes Thema. Es ist einfach schwierig für ihn, weil er nichts tun kann, ohne dass es die Presse gleich mitbekommt. Manchmal ist es hart für ihn, Cristiano Ronaldo zu sein. Sein Leben hat viele positive, aber eben auch negative Aspekte. Je mehr Geld und Ruhm du hast, desto mehr Probleme kannst du dadurch auch bekommen.

Sie sind ein echter Weltbürger: Kanada und Portugal sind nicht die einzigen Nationen, die in Ihrem Leben eine Rolle spielen.   

Das stimmt. Mit Tschechien verbindet mich die Heimat meiner Mutter. Und ihre Mutter wiederum stammt aus Belgien. 

Auch zu Spanien haben Sie eine Verbindung.

Dort habe ich gelebt, als ich in der Jugend von Celta Vigo spielte. Es war eine wichtige Erfahrung für mich, bei Celta spielten damals viele herausragende Profis. Wie Argentiniens Gustavo Lopez, Aleksandr Mostovoi aus Russland, Benny McCarthy aus Südafrika. Oder Sylvinho, der heute noch für Barca spielt.

Griechenland war eine weitere Station auf Ihrer Fußball-Odyssee. 

Dort bin ich Profi geworden. Ich hatte damals zwar auch Angebote von spanischen Klubs. Aber ich habe mich für PAOK Saloniki entschieden. Ein Klub mit unglaublich leidenschaftlichen Fans. Mit PAOK habe ich es bis in den UEFA-Cup geschafft. 

Ihre Verbindung zu Norwegen?

Meine Frau Tori Kristin kommt von dort. Ich habe sie witzigerweise in Deutschland kennen gelernt. Am Düsseldorfer Flughafen, als ich mit dem FC Porto auf Reise war. Mein Coach drängte mich, sagte: Sprich sie an! (lacht) Und jetzt bin ich mit ihr verheiratet.

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