22.02.2013

Daniel Caligiuri über die Champions League und Bruderduelle

»Ich würde Marco auch foulen«

Der SC Freiburg steht nach 22 Spieltagen auf dem fünften Tabellenplatz und nimmt Kurs auf Europa - auch wegen Daniel Caligiuri. Ein Gespräch über Freiburgs Sahnesaison, den AC Milan im Dreisamstadion und Grätschen gegen den Bruder.

Interview: Stephan Reich Bild: Imago

Daniel Caligiuri, Glückwunsch zur Sahnesaison des SC Freiburg. Das war so nicht zu erwarten, oder?
Nein. Dass wir nach 22 Spieltagen so weit oben stehen und am Freitag auf den vierten Platz springen können, hätte vor der Saison wohl niemand geglaubt.

Vergangene Saison sah Freiburg lange Zeit wie ein sicherer Absteiger aus, mittlerweile läuft es wie geschmiert. Woher kommt der Erfolg?
Das Team hat sich unglaublich gut entwickelt und wir versuchen, die Dinge auf dem Platz gemeinsam zu lösen. Wenn es bei dem einen nicht klappt, ist der andere zur Stelle. Der Trainer hält das Team zusammen, auch wenn es mal nicht gut läuft. Und wenn es gut läuft, so wie zur Zeit, sorgt er dafür, dass wir auf dem Boden bleiben.

Ist Trainer Christian Streich der zentrale Baustein in Freiburg?
Christian Streich bringt die Dinge gut rüber und wir setzen sie gut um.

Mal was anderes: Spielen Sie eigentlich Online-Fußballmanager?
Ein paar Kollegen spielen das, ich selbst aber nicht. Warum?

Ich habe Sie vorhin verpflichtet. Eine lohnenswerte Investition?
Na klar. Wenn bei mir das Selbstvertrauen stimmt, lohnt sich das.

Ihren Bruder Marco hätte ich auch verpflichten können. Der spielt mit Mainz 05 eine ähnlich gute Saison. Wie ist denn zur Zeit die Stimmung im Hause Caligiuri?
Die Stimmung ist natürlich perfekt. Unsere Eltern freuen sich, und für uns beide ist die Entwicklung auch überragend. Es hätte zuhause niemand gedacht, dass wir mit unseren Teams so weit oben stehen.

Tauschen Sie sich regelmäßig mit Ihrem Bruder aus?
Natürlich. Wir sprechen nach jeder Partie, um zu hören, wie es bei dem anderen gelaufen ist. Auch unter der Woche haben wir ständig Kontakt. Wir telefonieren nicht jeden Tag, aber eine SMS ist schon drin.

In der Tabelle trennen Mainz und Freiburg nur zwei Plätze, es geht auch um den Einzug ins internationale Geschäft. Wird da am Telefon ordentlich gestichelt?
Das ist eigentlich kein Thema. Wir schauen beide nur auf den jeweiligen Verein. Streit oder Rivalität gibt es da nicht.

Und wie war das früher? Sie haben ja sicherlich ordentlich Zeit auf dem Bolzplatz verbracht.
Klar, wir haben als Kinder immer bei uns im Garten gegeneinander gespielt. Ich habe leider meist verloren, weil ich vier Jahre jünger bin. Das war nicht immer einfach. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und habe mich über Niederlagen gegen ihn fürchterlich aufgeregt. Und oft auch den Frust bei ihm rausgelassen. (lacht)

Mit Revanchefouls nach Gegentoren?
Nein, das natürlich nicht. Eher verbal. Ab und zu konnte ich ja auch gewinnen. Meistens, nachdem mein Vater meinem Bruder sagte, dass er mich gewinnen lassen soll (lacht).

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