14.03.2007

Clemens Fritz im Interview

„Ich arbeite verbissen“

Nach einer rauschhaften Hinrunde geriet Clemens Fritz ebenso wie die gesamte Werder-Mannschaft in eine Krise. Diese scheint nun überwunden, und Fritz ist fest entschlossen: Er will den UEFA-Cup – und die Deutsche Meisterschaft.

Interview: Tobias Börner Bild: Imago


Wie beurteilen Sie rückblickend die Vorstellungen, die man von einem Bundesligaspieler hat, und die Realität als Profi?

Als Bengel denkst du nicht an das ganze Drumherum, das dieser Sport mit sich bringt. Du willst einfach nur raus auf den Platz und Fußball spielen. Der gesamte Medienrummel, der dann um deine Person entsteht, ist schon erschreckend und ungewohnt. Als Spieler stehst du unter Dauerbeobachtung. Das ist auf der einen Seite anstrengend, gehört aber dazu, und im Laufe der Jahre wächst man auch mit diesen Aufgaben.

Am 24. März spielt Deutschland in Tschechien um die EM-Qualifikation. Wie sehr wurmt es Sie, bei diesem Knaller nicht dabei sein zu können?

Ungemein. Diese unnötige Gelbe Karte aus dem Zypern-Spiel ärgert mich immer noch. Die Partie in Prag wird natürlich eine Bewährungsprobe für uns. Aber wir werden sie bestehen und die drei Punkte mitnehmen.

In Erfurt, Karlsruhe und Leverkusen haben Sie noch im Sturm respektive im Mittelfeld gespielt. Wann wurden Sie zum klassischen Außenverteidiger umgeschult?

Zu meiner Zeit in Leverkusen klemmte es ein wenig auf dieser Position. Klaus Augenthaler fragte mich, ob ich mir die Rolle des Außenverteidigers vorstellen könnte. Ich nahm die Aufgabe an und wuchs rasch in diese Position hinein. Ich merkte, dass mir das Spiel aus der Tiefe sehr liegt. Nebenbei bemerkt: Der typische Knipser war ich eh nie.

Sie stammen aus Erfurt und haben schon in der Jugend von Rot-Weiß mit ihrem Kumpel Marco Engelhardt zusammengespielt. Gemeinsam sind sie dann auch zum KSC gewechselt. Sehen Sie sich bald in der Nationalelf wieder?

Das wäre toll. Marco hat nach seiner Verletzung in der vergangenen Saison eine harte Zeit durchgemacht. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ihm mit Nürnberg in Bielefeld solch ein Comeback gelungen ist. Nach Spielende habe ich ihn sofort angerufen und ihm zu seiner Rückkehr und dem erzielten Tor gratuliert.

Auch bei Ihren ehemaligen Kollegen beim KSC läuft es derzeit überragend.

Wie souverän sie gerade durch die Zweite Liga marschieren – davon konnte niemand ausgehen. Es freut mich ungemein für den KSC, da hinter dem Verein schwierige Zeiten liegen. Was das heutige Umfeld leistet, verdient meinen höchsten Respekt. Ich freue mich, sofern alles glatt geht, in der kommenden Saison wieder im Wildpark zu gastieren.

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Hier findet Ihr ein Interview mit Clemens Fritz' Konkurrenten Patrick Owomoyela www.11freunde.de/bundesligen/100277 .
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