Christian Ulmen über Frerk Ohm

»Er sieht sehr scheiße aus«

Christian Ulmen hat viele Alter Egos. Sein neuestes heißt Frerk Ohm und ist Bayern-Fan. Als dieser Frerk treibt Ulmen sich nun an der Säbener Straße herum und jongliert Bälle mit Schweini. Wir sprachen mit Ulmen. Oder Frerk. Christian Ulmen über Frerk Ohm

Christian Ulmen, vom 26. bis 30. Juli verwandeln Sie sich in einen jungen Mann mit dem seltsamen Namen Frerk Ohm. Wer ist das?

Frerk Ohm ist ein Bayernfan aus Friesland, er ist auf der Hallig groß geworden, dort wo es kein Internet und keine Premiere-Sportsbars gibt. Frerk bezieht seine Informationen aus dem »Friesischen Wochenblatt«, er schläft in Bayern-Bettwäsche, ist ziemlich naiv, kindlich, hibbelig und nicht gerade ein Typ, den man als »gut aussehend« bezeichnen würde.



Wie kommt so ein Typ an die Säbener Straße?

Vor einiger Zeit suchte »Adidas« den »12. Mann«, eine Art Superfan, der den Alltag der Bayernprofis kennenlernen darf – und dabei gefilmt wird. Frerk war sofort Feuer und Flamme, bewarb sich, und als er erfuhr, dass er in der Endausscheidung ist, weinte er vor Freude.



Im April war Frerk für ein erstes Kennenlernen vor Ort. Mit welchem Bayernspieler kam er besonders gut aus?

Mit Poldi. Frerk hat ja auch ADS. Und daher freut er sich über Menschen, die ähnlich ausgelassen sind. Als Frerk mit der Kamera über das Trainingsgelände gerannt ist, sprang Poldi wie ein Flummi umher, ist an den Zäunen rumgeklettert, dann wieder ins Bild gehüpft. Am Ende waren beide ein bisschen traurig, weil sie wussten, dass sie sich Ende Juli nicht mehr wiedersehen würden.



Wie reagierten die anderen Spieler?

Erstaunlich locker. Vor allem Mark van Bommel.

Wie bitte?

In Wahrheit ist Mark van Bommel ein sehr humorvoller Typ, ganz ehrlich! Er konnte »Frerk Ohm« nicht aussprechen und nannte ihn deshalb stets »Zwerg Ohm«.

Herr Ulmen, Sie sind ja eigentlich Herthafan. Hatten Sie keine Vorurteile?

Auf jeden Fall. Ich dachte, das Bayern-Gelände würde im Pomp ertrinken. Doch es war ganz anders. Die Säbener Straße liegt in einer durchschnittlichen Wohngegend, und als ich ankam, standen Rummenigge und Hoeneß vor einem kleinen Häuschen und plauderten wie zwei Väter, die auf ihre Söhne warten. Dann ging weiter hinten eine Tür auf und heraus kam Lucio mit einem Turnbeutel – ganz so, als ob Kinder zum Fußballtraining gingen. Danach hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, die Spieler freuten sich, dass Frerk da ist. Vermutlich weil endlich mal was anderes passierte. Dabei hat Frerk eine sehr anstrengende Art. Zumal er gar keine Ahnung von Fußball hat. Er ist Bayernfan, weil sein Großvater ihm gesagt hat, dass der FC Bayern der beste Verein in Deutschland sei. Er hat noch nie ein Spiel live gesehen.



Sind Sie eine Nervensäge?

Ich habe jedenfalls ein Gespür dafür entwickelt, wo bei den Leuten die »sweet spots« liegen. Ich merke also sehr schnell, wie ich jemanden zur Weißglut bringen könnte. Ich weiß in bestimmen Momenten: Jetzt noch diese Frage, diese Geste, dann rastet mein Gegenüber aus.

Obwohl die Spieler wissen, wer hinter der Maske steckt?

Auch in meiner Show »Mein neuer Freund« wussten die Kandidaten, dass sie mit einem Schauspieler ihre Zeit verbringen. Doch die fiktive Figur wurde schon nach ein paar Minuten real. So ist es auch beim FC Bayern: Den Spielern bleibt keine Wahl, als mit Frerk zu kommunizieren – und nicht mit Christian Ulmen.



Wissen denn die bayrischen Trainingskiebitze, wer ihr neuer Freund am Zaun ist?

Beim Testdreh erkannten mich tatsächlich zwei Fans. Einer rief: »Ja mei, da ist ja der Ulmen!« Dass die mich erkannt haben, war fast beleidigend, denn Frerk sieht ja echt unglaublich scheiße aus.

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