Christian Pander über sein Comeback

»Ein bisschen Hölle«

Fünf Knieoperationen, ein Ziel: Nach fast einem Jahr Pause will Schalke-Linksfuß Christian Pander wieder angreifen.Im Interview spricht Pander über Muskelkater und die ständige Angst vor dem vorzeitigen Karrierende. Christian Pander über sein Comeback

Christian Pander, wie haben Sie das erste Training mit der Mannschaft überstanden?

Ich habe keinerlei Probleme mehr mit dem Knie – aber dafür ein bisschen Muskelkater nach der Belastung. Doch das ist sogar ein schönes Gefühl. Nach so einer langen Zeit ist es einfach geil, wieder auf dem Platz zu stehen.  

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Sie haben sich am 10. Mai vergangenen Jahres in Mönchengladbach verletzt. Damals hieß es, dass Sie bald zurückkommen könnten.

Das war der Plan. Und dann habe ich mir im Sommer beim ersten Training mit der Mannschaft gleich wieder das Innenband im linken Knie gerissen, als ich beim Torschuss in den Boden getreten habe. Dieser Rückschlag war wirklich das Schlimmste, was ich bisher erlebt habe. Es ging nicht mehr darum, wann ich wieder spielen kann, sondern ob.  

Sie hatten Angst, dass die Karriere vorbei ist? 

Mittlerweile weiß ich ja, was da alles dranhängt – was man machen muss, um zurückzukehren. Wenn man morgens früh aufsteht und keinerlei Fortschritte sieht, dann ist das schon zermürbend. Ich habe zehn Wochen lang eine Schiene getragen und konnte mich nicht richtig bewegen -- das kannte ich überhaupt noch nicht. Bisher waren es nie länger als fünf Wochen.  

Besondere Vorsicht, weil es Ihre fünfte Knie-Operation war? Oder war die Verletzung schwerer als erwartet? 

Es war ein ganz normaler Innenbandriss, aber die Vorgeschichte bringt natürlich eine andere Brisanz mit. Die vier oder fünf Tage zwischen der Verletzung und der Operation bei Dr. Boenisch in Augsburg waren ein bisschen wie die Hölle für mich. Aber nach der Operation hat der Doktor gesagt: Das ist keine Geschichte, die das Karriereende bedeutet. Jetzt bin ich froh und erleichtert, dass ich es wieder einmal geschafft habe. Das macht mir Mut.  

Mut für Ihre vielleicht sogar letzte Chance?

Das weiß ich nicht. Ich will ja auch nicht schon wieder von Verletzungen reden. Aber wenn ich jetzt gleich im Training gemerkt hätte, dass es nicht funktioniert, dann müsste ich mir Gedanken machen. Man schafft es nicht oft, so einen Weg zu gehen. Und wenn es noch mal passiert, dann weiß ich nicht, ob ich noch mal die Kraft habe und dazu bereit bin.  

Hat Felix Magath Ihnen gesagt, dass er auf Sie wartet?

Er hat mir alle Zeit gegeben, die ich brauchte. Und wenn ich das mit den vergangenen Jahren vergleiche, war das auch richtig so. Vielleicht habe ich manchmal zu früh wieder angefangen. Aber man ist ja auch froh, wenn man gebraucht wird. Jetzt fühle ich mich auf jeden Fall richtig gut.  

So gut, dass es eventuell sogar noch für einen Einsatz in dieser Saison reicht? 

Davon träumen, kann man vielleicht. Aber Hauptsache ist erst mal, dass ich gesund bin und gesund bleibe. Und ich merke schon, dass ich noch einiges aufzuholen habe.

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