23.01.2007

Christian Pander im Interview

„Wir haben das Zeug zum Titel“

Christian Pander vom FC Schalke 04 war 19 Monate lang verletzt und feierte am 10. Spieltag ein furioses Comeback. Im Interview mit 11freunde.de spricht er über den unbedingten Willen, Fußball zu spielen - und über die Chancen auf die Meisterschaft.

Interview: oliver zeyen Bild: Imago


Unter den Experten herrscht Einigkeit über Ihre markanteste Eigenschaft: Sie schlagen unheimlich scharfe Freistöße und Flanken. Ralf Rangnick nannte Sie mal Brandfackeln. Haben sie sich die Technik irgendwo abgeguckt?

Nein, das hat sich mit den Jahren entwickelt. Ich hatte in der Jugend schon eine sehr gute Schusstechnik. Ich fand Mario Basler früher spektakulär, weil er auch aus unmöglichen Situationen und Winkeln draufgehalten hat. Aber so etwas wie ein Vorbild gab es nicht.

Sie haben in Ihrer Jugend stets offensiv gespielt. Wie kam es zu der Metamorphose zum Abwehrspieler?

Ich wurde von Schalke damals auch als Stürmer eingekauft. Irgendwann in der A-Jugend hat man mich dann mal hinten links spielen lassen und ich habe mich schnell wohl gefühlt und gemerkt, dass das meine 1-A-Position ist. In der Jugend spielt man auch nicht in den Systemen wie jetzt in der Bundesliga, das ist ein großer Unterschied. Ich spiele jetzt zwar in der Viererkette, mache dies aber von Haus aus recht offensiv.

Kommt Ihnen die Vergangenheit als Angreifer bei der Antizipation der gegnerischen Stürmer zu Gute?

Das will ich so nicht sagen. Im Jugendbereich ist alles etwas langsamer und die Stürmer spielen nicht auf so hohem Niveau wie in der Bundesliga. Aber vielleicht ist es ein kleiner Vorteil, weil ich die Laufwege etwas besser einschätzen kann.

Sie sind ein heimatverbundener Typ, haben noch Ihre alten Freunde und auch eine Wohnung in Münster. Auch das Label „Hood Productions“, bei dem Sie Geschäftsführer sind, befindet sich dort. Wäre ein Wechsel zu einem anderen Verein, vielleicht auch einem ausländischen, überhaupt denkbar?

Ich bin offen für neue Sachen. Dass ich mir in Münster etwas aufgebaut habe – daran soll es nicht liegen. Ich würde nie sagen, dass ich hier nicht weggehen würde, aber da habe ich mir momentan noch keine Gedanken gemacht. Eben auch, weil ich mich hier so wohl fühle. Erts wenn Angebote kommen, werde ich mir darüber den Kopf zerbrechen.

Es gab also noch keine Anfragen?

Nein, überhaupt nicht.

Kommen wir zur aktuellen Saison. Ihr steht punktgleich mit Bremen auf Tabellenplatz 2. Trotzdem scheint euch so recht niemand den Meistertitel zuzutrauen. Ärgert Sie das?

Überhaupt nicht. Die Leute haben gutes Recht an uns zu zweifeln, weil wir einfach der Klub mit dem meisten Trubel waren. Immer gab es irgendwelche Störfeuer oder kleine Skandale. Das ist also ganz normal, viele Zweifler zu haben. Das ist kein Problem für mich, sondern vielmehr Ansporn, auch dem letzten zu beweisen, dass wir das Zeug haben, Meister zu werden.

Welche Vorteile hat der FC Schalke denn gegenüber den direkten Kontrahenten um die Schale?

Da konkrete Vor- und Nachteile auszumachen ist immer schwierig. Was feststeht ist, dass Bremen in der Hinrunde einen sehr attraktiven Fußball gespielt hat und man die Bayern nie aus den Augen verlieren darf. Unsere Mannschaft hat sich gefunden, ist in letzter Zeit auch mit der Serie zum Ende der Hinrunde näher zusammengerückt. Alles in allem sind es aber noch 17 lange Spieltage.

Und wie wird Schalke 04 in diesem Jahr deutscher Meister?

Mit einem Punkt Vorsprung auf Werder Bremen.

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