Christian Eigler über das Frankenderby

»Ich nahm keine Rücksicht«

Heute kommt es zum 260. Frankenderby: 1. FC Nürnberg gegen Greuther Fürth. Christian Eigler kennt das Duell wie kaum ein Zweiter. Er liebte die Brisanz und wurde zum Derbyheld.

imago

Herr Eigler, welche Erinnerungen haben Sie an den 23. November 2008?
(Lacht) An diesen Tag habe ich natürlich sehr gute Erinnerungen, weil ich im »Frankenderby« das Siegtor für den »Club« geschossen habe. Das war für mich als Ex-Fürther schon ziemlich besonders. Der Stellenwert dieses Tores ist auf jeden Fall ziemlich hoch.

Können Sie sich denn noch genau an den Moment erinnern, als der Ball ins Tor ging?
Sowas vergisst man nicht. Der Ball ging richtig schön in den Winkel. So trifft man den ja auch nicht alle Tage. Außerdem werde ich jedes Jahr aufs Neue von den Journalisten kontaktiert und so mit der Geschichte konfrontiert (lacht).

Viele Spieler vermeiden es heutzutage, Treffer gegen ihre alten Clubs zu bejubeln. Sie hingegen sprangen unmittelbar nach ihrem Tor über die Bande und stellten sich jubelnd vor die Nürnberger Kurve.
Ich bin da nicht so, weil mein Herz immer nur für den Verein schlägt, für den ich spiele. Da ist es mir eigentlich relativ egal, ob es ein Ex-Verein ist oder nicht, deswegen habe ich auch so gejubelt. Ich glaube, man kann auch nur wirklich 100 Prozent bringen, wenn man in dem Moment keine Rücksicht nimmt. Fußball spielt sich viel im Kopf ab und wenn man sich dann während des Spiels Gedanken um den alten Verein macht, hemmt das. Auch wenn mir das wahrscheinlich viele Fürther Fans übelnahmen. Ich habe den Moment vor der Kurve genossen – ohne schlechtes Gewissen.

Kam es danach zu Anfeindungen von Fürther Fans – im Stadion oder auf den Straßen? Immerhin spielten sie drei Jahre für Fürth.
Nein. Das habe ich eigentlich nie so erlebt. Für mich war das Tor insofern positiv, weil ich den Nürnberger Fans zeigen konnte, dass ich mit vollem Herzen im Nürnberger Trikot spiele. Ich bin 30 Kilometer südlich von Nürnberg aufgewachsen und hatte generell nicht so viel zu befürchten, weil die ganze Region es eigentlich mehr mit dem »Club« hält. Außerdem habe ich durch das Tor nix verbrochen – für mich gehört das Jubeln einfach dazu.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!