Sie sprachen von Ehrlichkeit und Zusammenhalt. Sind das spezielle Merkmale von Union, spezielle Markenzeichen der Region?
Nein, der Erfolg, den wir aktuell haben, ist demographisch überall möglich. Nur weil es diesen Zusammenhalt und diese Ehrlichkeit in der Mannschaft gab, ist doch Bayern München 2001 Champions-League-Sieger geworden. Nur deswegen werden Weltmeisterschaften gewonnen, Abstiege verhindert und Aufstiege gefeiert.
Nach dem Aufstieg aus der Regionalliga, hat Union mit großartigem Fußball für Aufsehen gesorgt. Was war Ihr persönliches Highlight der Hinrunde?
Eigentlich schon der erste Spieltag, das 3:0 gegen Oberhausen. Alle Zweifel, die vorher hatten, waren wie weggeblasen. Als sich die Mannschaft nach dem Spiel in den Armen lag, wusste ich, das wird eine tolle Saison.
Viele sagen, der Erfolg von Union ist eng verknüpft mit dem neuen Stadion. Wie wichtig waren für Sie als Spieler atmosphärische Stadien?
Enorm wichtig! Ein reines Fußballstadion, wo du die Stimmung förmlich aufsaugen kannst treibt den Adrenalinspiegel nach oben und macht dich geil auf das Spiel. Eine Tartanbahn ist da nicht förderlich. Egal mit welcher Farbe (lacht). (Hertha BSC Berlin hat eine blaue Tartanbahn, d. Red.)
Was hatte der Stadionbau beim FC Union für eine Bedeutung?
Durch diese Nähe, die da ein Jahr lang auf der Baustelle geherrscht hat ist ein wahnsinniges Gefühl der Heimatverbundenheit entstanden. 2000 Menschen haben hier geschuftet und jeder Fan sagt jetzt über dieses Stadion: Das ist meins, das ist mein zu Hause! Jedes Spiel ist eine Party für die Zuschauer. Ich erinnere mich, dass wir noch vor einem Jahr gegen Stuttgart II vor 1.000 Menschen gespielt haben. Heute haben wir an der Alten Försterei einen Zuschauerschnitt von 16.000. Die Leute kommen nicht zu Union um die blöden Lizenzspieler anzupöbeln, sie kommen um die Jungs, die sich auf ihrer Wiese den Arsch aufreißen, siegen zu sehen! Diese Atmosphäre ist einzigartig.
Was hat Sie eigentlich daran gehindert den letzten Stein im Stadion zu setzen?
(lacht) Ich kam einfach zu spät! Da hat jemand anderes diesen Job übernommen. Ist ja auch egal, Hauptsache das Ding steht.
Beschäftigt Sie eigentlich der Absturz von Hertha BSC?
Es macht mich traurig und es tut mir leid was mit der Hertha passiert. So etwas wünscht man keinem Verein. Aber es beschäftigt mich nicht, weil das was wir bei Union machen nichts mit Hertha BSC zu tun hat.
Am Januar werden Sie beim Hallenturnier »Legenden des deutschen Fußballs« auf die Hertha-Kollegen treffen. Von Ihnen gibt es ein Zitat: »Im Hallenfußball geht es vor allem darum bis tief, tief in die Nacht zu feiern.« Stimmt das?
(lacht) So war das jedenfalls früher immer, als ich noch gespielt habe. Ich wurde zwar nicht so oft mitgenommen, wenn es in die Halle ging, aber wenn, dann war ich dafür verantwortlich schon vor dem jeweiligen Turnier auszugucken wo die guten Kneipen und Discos sind, und wann morgens der erste Bus zurück ins Hotel fährt.
Union tritt in Berlin unter anderem noch mit Daniel Teixera, André Hofschneider und Steffen Baumgart an. Der musste sich einst minutenlang kaputtlachen, als ihm im
11FREUNDE-Interview die Frage gestellt wurde, welchen Trick er besten drauf hat.
(lachten ebenfalls minutenlang) Riesenfrage! Die hätten sie auch mir stellen können!
Müssen wir jetzt Rumpelfußball von Union erwarten?
Ach was! Wir werden einfach über den Kampf ins Turnier finden...
Christian Beeck ist Teil des Traditionsturniers »Legenden des deutschen Fußballs« in der Max-Schmeling-Halle. Beim prominent besetzten Budenzauber des »Flexstrom-Cups« sind am 2. Januar 2010 die Altstars von Bayer Leverkusen, Werder Bremen, Hertha BSC, Union Berlin, Borussia Mönchengladbach und 1. FC Köln am Start. Alle Infos findet Ihr hier.
Wir verlosen 3x2 Karten für den Fan-Block des 1. FC Union Berlin. Schickt einfach eine Mail mit dem Kennwort »Eisern« an online@11freunde.de