01.02.2014

Cesc Fabregas über Guardiola und den Messi-Hype

»Die Bayern waren die beste Mannschaft der Welt«

Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist Cesc Fabregas zu einem der wichtigsten Spieler beim FC Barcelona geworden. Am Rande der Präsentation des neuen Puma-Schuhs »evoPOWER« sprachen wir mit ihm über seine Rolle bei den Katalanen, die anstehende Weltmeisterschaft und die Bedeutung des Ballon d´Or.

Interview: Alex Raack Bild: Imago

Cesc Fabregas, Sie sind als moderner Sechser beim FC Arsenal zum Superstar gereift, spielen seit Ihrer Rückkehr zum FC Barcelona 2011 aber zumeist im offensiven Mittelfeld oder als Stürmer. Auf welcher Position sehen Sie sich selbst am stärksten?
Die Antwort »Wo der Trainer mich aufstellt« ist bestimmt verboten, richtig?

Korrekt.
Aber ich bin damit aufgewachsen, mich nicht nur auf eine Rolle festzulegen, sondern mich in verschiedenen Bereichen einer taktischen Aufstellung wohl zu fühlen und zu funktionieren. Es ist eine Herausforderung beim FC Barcelona, einer der besten Mannschaften der Welt, so variabel einsetzbar zu sein, dass man nicht nur auf einer Position glänzt. Und ich liebe Herausforderungen. Ich hoffe, das beantwortet Ihre Frage.

In der spanischen Liga führen Sie die Liste mit dem meisten Vorlagen an, viele Beobachter halten Sie für den wichtigsten Barca-Spieler der Gegenwart. Erleben Sie gerade den Höhepunkt Ihres spielerischen Könnens?
Ich bin älter geworden. Und das hat viele Vorteile mit sich gebracht. Ich spiele viel reifer als noch vor fünf Jahren. Ich bin routinierter im Umgang mit meinen Kräften und meinen Talenten geworden, eine solche Entwicklung ist auf einer Position im Mittelfeld besonders von Vorteil. Denn egal, wie sich der Fußball verändert hat, die Spiele werden immer noch im Mittelfeld entschieden. Und ich bin konstanter geworden. Früher folgten auf drei gute Spiele ein schlechtes Spiel. Inzwischen habe ich das Verhältnis auf etwa zehn zu eins verbessert. Um Ihre Frage zu beantworten: Ich fühle mich momentan sehr gut. Ob damit der Höhepunkt erreicht ist? Hoffentlich nicht!

Welchen Anteil hat Ihr Trainer Gerardo Martino an Ihrem Leistungsaufschwung?
Der Erfolg oder Nichterfolg eines Spielers ist immer eng mit der Arbeit des Trainers verbunden. Martino ist ein erstaunlicher Mann. Er ist ein Meister seines Fachs, hat schon sehr viel gesehen und damit ein echter Routinier. Gleichzeitig ist er neugierig wie ein Kind und experimentierfreudig wie kaum ein anderer Trainer, mit dem ich vorher zusammen gearbeitet habe.

Wie sieht das in der Praxis aus?
Er hat schon eine klare Idee von seinem idealen Spiel. Aber seine Philosophie sieht es vor, die Spieler nicht in ein festes Konstrukt zu pressen, sondern ihnen bis zu einem gewissen Grad Freiheiten zu gewähren. Er spricht viel mit jedem einzelnen Akteur und findet dann gemeinsam mit dem Spieler eine Lösung.

Dennoch muss sich Martino den Vorwurf gefallen lassen, sein Barca würde bei weitem nicht so übermächtigen Fußball spielen wie seinerzeit unter Pep Guardiola.
Ich glaube, der Eindruck täuscht. Zu Guardiolas Zeiten standen mit Yaya Touré, Thierry Henry, Eric Abidal und anderen körperlich sehr imposante Spieler für Barcelona auf dem Platz. Diese physischen Ausnahmeerscheinungen haben wir heute nicht im Kader, das stimmt. Stattdessen wird unser Spiel von eher kleinen Fußballern mit schnellen Beinen dominiert. Das mag nicht so wuchtig und dominant wirken, ist aber einfach ein anderer Stil. Letztlich geht es darum, Spiele zu gewinnen. Und das tun wir. Der Vorwurf ist also unberechtigt.

Verfolgen Sie eigentlich die Arbeit Ihres ehemaligen Trainers Pep Guardiola beim FC Bayern?
Ich würde ja gern, aber inzwischen spricht Pep ja fast nur noch Deutsch und bin der Sprache leider nicht mächtig (lacht). Im Ernst: Wenn ein Trainer den Verein verlässt, dann kappt er damit auch sämtliche berufliche Verbindungen zu seinen Ex-Spielern. Selbst wenn es ein Pep Guardiola ist, der Barcelona so sehr geprägt hat. Dass er seiner Arbeit bei den Bayern offenbar auch sehr erfolgreich nachgeht, bekomme ich allerdings schon mit. Man müsste ja blind sein, um zu übersehen, was für eine Kombination sich da in München zusammenbraut.

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