02.01.2008

Captain Blade im Interview

„Ich bin zu fett“

Glückwunsch! Captain Blade, Maskottchen von Sheffield United, ist zum hässlichsten Vertreter seiner Zunft gewählt worden. Doch beim großen Maskottchen-Wettrennen fiel der adipöse Seemann durch Unfairness auf. Was denkt er sich dabei?

Interview: Andreas Bock Bild: Imago
Captain Blade, Sie wurden beim „Mascot Grand National 2007“ offiziell zum hässlichsten Maskottchen Englands gekürt. Herzlichen Glückwunsch!

Danke. Ich bin wirklich stolz. Nachdem sie mir den Pokal überreichten, schwebte ich über den Wolken aus der Arena. Ein fantastisches Gefühl.



Mit Verlaub: Sie sind wirklich hässlich. Wer erschafft so eine Kreatur?

Wissen Sie, Schönheit ist nur ein Wort, ein Hülle. Meine Eltern gebaren mich irgendwie anders. Vielleicht wurde ich „inside/out“ geboren. Ich weiß es nicht...

Ihre Schönheit kommt also von Innen...


Genau. Wenn Sie in mich hineinschauen könnten, sähen Sie das Paradies, eine Schönheit, für die es keine Worte gibt. Ich bin ein wundervolles Wesen.

Uns kam zu Ohren, dass Sie gerne mal neben David Beckham posieren würden. Ein Gerücht?


Nun ja, das wäre sicherlich ein ganz schönes Bild – „the beauty and the beast“. Ich traf übrigens mal Thierry Henry. Das wäre ja ein ebenso schönes Kontrastbild. Als ich ihn sah, verfolgte ich ihn über das ganze Spielfeld. Doch leider ließ er sich nicht einfangen.

Fristen Sie aufgrund Ihrer unzweifelhaften Hässlichkeit eigentlich ein isoliertes Dasein?

Sehen Sie, da liegt der Hund begraben. Jeder denkt, nur weil man hässlich ist, bekommt man keine Chicks an den Start. In Wirklichkeit ist es so: Jede Lady liebt Captain Blade. Manche Groupies lieben ihn sogar abgöttisch. Das ständige Anhimmeln wird mitunter richtig nervig. Sie können das nicht nachvollziehen. Aber mal ganz im Vertrauen: Die heutigen Maskottchen sind größer als Popstars. Und vor allem wichtiger. Madonna – wer ist das? Puff Daddy? Alles geldgeile Säcke. Captain Blade ist das Maß aller Dinge.

Gewiss, Herr Blade. Sex, Drugs and Rock n Roll, die alte Geschichte. Apropos: Wie sieht es mit dem Rocklaster Alkohol aus?

Nennen Sie mich den „Lager-Mann“. Zwei Lager-Bier am Morgen vertreiben die Sorgen.

Und vor dem Rennen geht es weiter?

Zugegeben, am Abend vor dem Rennen haben wir ordentlich auf unserer privaten Hotelparty gebechert. Einige halten das natürlich nicht durch und versagen am Renntag kläglich. Übrigens: Kurz bevor der Startschuss fiel, verhaftete ich noch ein paar Lager mit „Yorkie the Lion“ vom York City Footballclub. Er wurde 54. – von 54. Was mit mir geschah, ist ja hinlänglich bekannt.

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