29.05.2013

BVB-Fans vs. Uefa: Streit um ein Fest

»Fußball gehört uns, nicht McDonald's«

Ben McFadyean wollte eigentlich nur ein Fest für Dortmunder in London organisieren – jetzt haben er und sein Fan-Club 2000 Pfund Schulden. Im Interview spricht er über den Einfluss der Uefa, die Interessen der Stadt London und den Auftritt von Frank Mill.

Interview: Ron Ulrich Bild: Imago

Herr McFadyean, wie kamen Sie auf die Idee, im Rahmen des Champions-League-Finals ein Fan-Fest in Ealing zu organisieren?
Ich bin in Dortmund aufgewachsen, aber mit 19 Jahren nach London gezogen. Die Liebe zum BVB hält aber natürlich – seit über 20 Jahren. Wir haben einen Dortmunder Fan-Club hier in England gegründet. Als dann klar war, dass der BVB in Wembley spielen würde, wollten wir unbedingt etwas auf die Beine stellen. Ich selbst arbeite als Eventmanager und habe gewisse Erfahrung in dem Bereich. Ich traf mich also mit Julian Bell, unserem Stadtrat in Londoner Vorort Ealing, und erzählte ihm von der Idee eines BVB Fan-Festes. Er war sofort begeistert. Die Stadt Ealing stellte uns einen Vorschuss von 79 000 Pfund für die Organisation in Aussicht und auch der hiesige Einzelhandelsverband wollte das Event mit Sponsoring unterstützen.

Wie sollte das Fan-Fest genau aussehen?
Es sollte über drei Tage laufen, ein echtes Highlight von Fans für Fans, ganz anders als die offiziellen Veranstaltungen. Wir organisierten Bands wie »Pommes Schwarz-Gelb«, sprachen mit Bier- und Essenslieferanten aus Deutschland und konnten sogar ehemalige Spieler für das Fest gewinnen wie Frank Mill oder Murdo MacLeod. Die Resonanz aus Dortmund war überwältigend, tausende Fans wollten zu uns kommen. Wir rechneten mit 15 000 Besuchern. Dann knallte ein Anruf bei uns rein.

Von wem?
Die Polizei meldete sich. Das Fan-Fest könne nicht stattfinden, hieß es. Da standen wir gerade mit Vertretern der Stadt zusammen, um alles in trockene Tücher zu bringen. Der Tenor der Polizei war: »Wir können das aus Sicherheitsgründen nicht managen, außerdem befürchten wir, dass viele Fans ohne Eintrittskarte aus Dortmund anreisen.« Doch wenig später wurde uns mitgeteilt, dass die Bedenken nicht bei der Polizei lagen, sondern bei der Uefa.

Wer hat ihnen das mitgeteilt?
Stephen Pound, unser lokaler Parlamentsabgeordneter von der Labour-Partei. Er vermutete, dass der Verband und die Sponsoren Druck auf die Stadt London und den englischen Verband ausgeübt hätten. Sie sehen alle Veranstaltungen als Konkurrenz zu ihren eigenen Events. Das ist bezeichnend für die Habgier der Konzerne. Auch in Oberhausen wurde auf Druck von der Uefa eine öffentliche Übertragung abgesagt. Die Uefa teilte uns dann in einer kurzen E-Mail mit, dass sie ein »PublicViewing« nicht erlauben und somit auch das Fan-Fest nicht stattfinden könne.

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