22.09.2009

Bundestrainer Löw über die T-Frage

»Flexibilität ist vonnöten«

Es wird ernst für die Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation. Im Interview spricht Bundestrainer Joachim Löw über die Spiele gegen Finnland und Russland, die weiterhin offene Torhüterfrage und übt Kritik an der FIFA.

Interview: Ralph Durry Bild: Imago
Bundestrainer Löw über die T-Frage
Sie nehmen wieder drei Torhüter zum Doppelspieltag Russland/Finnland mit?

Das machen wir generell bei den Doppelspieltagen so. Es werden nach jetzigem Stand Rene Adler, Manuel und Tim Wiese nominiert.

In Moskau gegen EM-Halbfinalist Russland wird auf Kunstrasen gespielt. Sie trainieren vorher in Mainz. Gibt es aus Ihrer Sicht dennoch ein Handicap?

Es ist schon eine Umstellung nötig, keine Frage. Wir müssen die zwei bis drei Tage in Mainz nutzen, um uns möglichst optimal auf die Gegebenheiten einzustellen. Aber unsere Spieler sind professionell genug, um damit umgehen zu können.

Aserbaidschans Trainer Berti Vogts sprach davon, dass der Kunstrasen keine Entschuldigung für Deutschland sein dürfe. Stimmen Sie ihm zu?

Es gibt keine Entschuldigung für uns. Wir thematisieren das auch nicht weiter. Wir müssen uns an die Gegebenheiten anpassen und versuchen, das Beste daraus zu machen.

Noch eine Frage zur U20-WM in Ägypten. Ihr Kollege Horst Hrubesch hat zahlreiche Ausfälle, insgesamt 27 Spieler stehen nicht zur Verfügung. Haben Sie fast ein wenig Mitleid mit ihm?


Entscheidend ist, dass die Ansetzung durch die FIFA während der Saison für eine solche Weltmeisterschaft nicht in Ordnung ist. Das ist nicht nachvollziehbar. Man kann die Haltung der Klubs verstehen, dass sie nicht wochenlang auf Spieler verzichten wollen und sie diese deshalb für die WM nicht abstellen. Auch für die Spieler ist es ein zwiespältiges Gefühl, denn einerseits wollen sie natürlich gerne eine solche WM bestreiten, andererseits laufen sie Gefahr, vielleicht ihren Stammplatz im Verein zu verlieren.
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