24.08.2012

Best of 2012: Kevin-Prince Boateng im großen 11FREUNDE-Interview (#2)

»Ich bin der beste Fußballer der Welt!«

Unser Coverboy in diesem Monat heißt Kevin-Prince Boateng. Für seine Reportage über den Milan-Star traf Tim Jürgens Boateng zum Interview. Im zweiten Teil geht es um das Techtelmechtel zwischen Gina-Lisa und seinem Bruder, das ominöse Ballack-Foul – und die Frage nach dem besten Spieler der Welt.

Interview: Tim Jürgens Bild: Imago


Gäbe es für Sie einen Grund, in die Vergangenheit zu reisen?
Ganz ehrlich: Ich bin glücklich, so wie es ist. Alles, was falsch gelaufen ist oder, was ich verloren habe, hat mich an diesen Punkt gebracht. Ich muss nicht im Nachhinein noch einmal Details korrigieren. 


Was wollten Sie werden, als Sie sechs Jahre alt waren?
Fußballer.


Wie haben Sie sich damals das Leben als Fußballer vorgestellt?
Keine Ahnung, ich war zu jung. Ich wollte einfach nur spielen. Auch mit 16 habe ich es mir noch nicht so vorstellen können, wie es jetzt ist.
Sie sind ohne Luxus groß geworden, im Moment können Sie sich materiell fast alles leisten.

Auf was könnten Sie ohne Probleme sofort wieder verzichten?
Auf gar nichts will ich verzichten! Weil ich mir all das, was ich jetzt habe, erarbeitet habe und es auch mein gegenwärtiges Glück mitbestimmt. Warum sollte ich darauf verzichten?


Gibt es denn Dinge, auf die Sie im Zweifelsfall verzichten könnten?
Wenn es sein müsste, bestimmt. Aber worauf? Keine Ahnung, das müsste ich dann entscheiden, ich kann mich immer umstellen. Wie gesagt, ich bin Berliner.


Wie gut ist aktuell Ihr Kontakt zu Ihrem Bruder Jerome?
Wir telefonieren fast täglich.


Vor der EURO 2012 war ausnahmsweise er es, der durch das Zusammentreffen mit Starlet Gina-Lisa Lohfink in die Schlagzeilen geriet.
Ich musste ein bisschen schmunzeln, als ich davon hörte. Aber er hat es mir erklärt, es war wohl alles von ihr geplant. 


Was haben Sie ihm in der Situation geraten?
Dass er Gas geben soll. Und das hat er getan – er hat im ersten Spiel Cristiano Ronaldo gestoppt.


Wem haben Sie im Halbfinale die Daumen gedrückt: Italien oder Deutschland?
Ich war für meinen Bruder, ich wünschte, dass er ein gutes Spiel macht. Der Rest war mir egal.


War Ihr Bruder in der Jugend eigentlich besser als Sie?
Der Große, George, möglicherweise. Er war Stürmer, da hat man als Spieler andere Aufgaben als auf meiner Position. Deswegen kann man auch nicht sagen, ob mein jüngerer Bruder besser ist, denn er hat als Verteidiger auch ganz andere Dinge zu erfüllen. 


George stoppte eine Gefängnisstrafe auf seinem Weg zum Profi. Glauben Sie, seine Fehler waren für Sie ein mahnendes Beispiel?
Ich glaube, jeder Mensch muss seine eigenen Fehler machen. Wie groß diese Fehler sind, hängt von jedem selbst ab. Ich glaube nicht, dass ich bewusst Dinge nicht gemacht habe, weil sie vorher schlecht für meinen Bruder waren. Jeder muss selbst gegen die Wand laufen.

Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden