11.06.2007

Best of 2007: Vic Kasule im Interview

„Wir haben es krachen lassen“

Gegen ihn, so heißt es, sei Paul Gascoigne ein Waisenknabe gewesen. »Vodka« Vic Kasule fegte wie ein Derwisch durch die unteren britischen Ligen und wurde besonders in Shrewsbury zur Legende. Unser Korrespondent Matthias Paskowsky traf ihn.

Interview: Matthias Paskowsky Bild: Matthew Ashton

Erzählen Sie uns von dem Tag, als Sie mit dem Auto des Kollegen John McGinlay zum Spätkauf gefahren sind und sich überschlagen haben, weil Sie unbedingt eine Handbremsenkehre ausprobieren wollten.

So was passiert. Eigentlich wollte ich nur Orangensaft kaufen (grinst). Und er wollte die Karre eh loswerden. Das ganze wäre auch kein Problem gewesen, wenn ich einen Führerschein gehabt hätte. So aber hat die Versicherung nicht gezahlt und es wurde teuer für mich. Natürlich habe ich John den Schaden ersetzt. Doch bei seinem nächsten Transfer hat er es mir aus dem Handgeld zurückgezahlt.

Es scheint als habe die Gesellschaft anderer Hedonisten im Team, Alan Irvine oder Steve Pittman, sehr zur Legendenbildung beigetragen.

Wir haben es krachen lassen. So mancher Pub-Besitzer hat sich an uns gesund gestoßen.

Auch um Ihre amourösen Abenteuer ranken sich Mythen. Angeblich haben Sie es sich mit Ihrem Präsidenten verdorben, weil Sie mit seiner Tochter…

Das ist nun fast 20 Jahre her, warum sollte ich es noch leugnen? Shrewsbury war in dieser Hinsicht wirklich nicht schlecht. Fantastisch, wenn ich ehrlich sein darf. Es hat Vorteile, ein Star zu sein. Noch besser wurde es allerdings in Finnland…

Lassen Sie uns beim Fußball bleiben. Außer in Finnland haben Sie dann noch auf Malta und in Irland gespielt, bevor Sie Ihre Karriere mit Ende 20 wegen Problemen an der Achillessehne beenden mussten. Spielen Sie heute noch manchmal?

Nein, entweder ganz oder gar nicht. Und für »ganz« bin ich nicht mehr fit genug. Ich will meine Gegenspieler alle machen. Das letzte Mal habe ich vor einigen Jahren als Schiedsrichter bei einem Spiel der Pub-Liga auf dem Feld gestanden. Deren Referee hatte sich selbst wegen eines schweren Katers die Rote Karte gezeigt. Da habe ich gerne ausgeholfen.

Der Fußballsport aus der Sicht des Victor Kasule?

Spiel 90 Minuten wie ein Besessener. Dann trinke, soviel du kannst und mit wem du möchtest. Geh ins Bett, mit wem du willst. Und freu dich über all die Zeitungsartikel!

Gibt es davon auch eine jugendfreie Version?

Finde heraus, was du tun willst. Glaube an dich und bleib dran. Tritt den Ball gegen die Wand. Immer wieder. Und lass dich nicht von irgendwelchem Mist ablenken.


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Sympathy for the Devil – Ein Abend mit Vic Kasule www.11freunde.de/international/101354
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