10.12.2012

Benedikt Höwedes über das neue Schalke

»Es war teilweise etwas merkwürdig«

Für die große Reportage in der neuen 11FREUNDE #134 reisten wir Ende November nach Gelsenkirchen und sprachen mit den Köpfen des Klubs über das neue Schalke 04. Benedikt Höwedes über singende Neuzugänge, Unsicherheiten im Kader und Rangnicks Abschiedsrede.

Interview: Tim Jürgens und Benjamin Kuhlhoff Bild: Imago

HINWEIS: Dieses Interview wurde bereits Ende November geführt. Die aktuellen Entwicklungen haben einige Dinge grundlegend verändert. Deswegen bitten wir dich, zur Einordnung des Gesagten vorab diesen Text zu lesen.

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Benedikt Höwedes, wie ist die gegenwärtige Stimmung im Team des FC Schalke 04?

Aktuell läuft es nicht rund, aber in der Mannschaft hat sich etwas entwickelt. Wir haben viele gute Charaktere im Team.


Zum Beispiel?
Alle Neuzugänge passen perfekt zu uns. Ibrahim Afellay, Roman Neustädter und Tranquilllo Barnetta haben sich optimal eingefügt. Das sind Charaktere, die auch bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Meines Erachtens gibt es auch nicht mehr Cliquen, wie in den Jahren zuvor. Und: Ich habe den Eindruck, alle kommen gerne zum Training.

Das war nicht immer so?
Nein.


Sie spielen auf die Zeit an, als Felix Magath die sportliche Verantwortung trug?
Das war meine Anfangszeit, insofern war es ohnehin ungewohnt. Aber der Trainer hat auf mich gebaut. Dennoch habe ich das Training als enorm hart empfunden und die Motivation lief zumeist über Druck.


Wie müssen wir uns so ein Druckszenario vorstellen?
Beispielsweise gab es unter Herrn Magath keine Trainingspläne. Spieler hatten keine Möglichkeit, das Leben abseits des Fußballs in irgendeiner Form zu planen. Ich konnte keine verbindliche Verabredungen treffen oder Arzttermine festmachen. Es war ein komisches Gefühl, morgens nicht zu wissen, ob wir an diesem Tag ein oder zweimal trainieren.


Auch Huub Stevens sagt man nach, er lege viel Wert auf Disziplin.
Tut er auch, aber die Stimmung ist viel besser. Der Umgang untereinander ist viel lockerer. 


Wie hat die Mannschaft den Rücktritt von Felix Magath im März 2011 aufgenommen?
Hinsichtlich der Trainingsintensität haben alle erst einmal durchgeatmet. Körperlich und psychisch war es eine sehr beanspruchende Zeit. Aber sowas birgt natürlich auch eine Gefahr. 


Wovon sprechen Sie?
Ein Team muss aufpassen, in solchen Situationen nicht die Spannung zu verlieren. Der VfL Wolfsburg hat nach Magaths Abgang nach der Meisterschaft auch diese Erfahrung gemacht, dass plötzlich alles auseinanderlief.


Bestand unter Magaths Nachfolger Ralf Rangnick diese Gefahr?
Rangnick ist ein Trainer, der wesentlich mehr Wert auf spielerische Elemente als auf knallharte Disziplin legt. Da besteht natürlich die Gefahr. Aber wir haben uns zusammengerauft, damit gar nicht der Verdacht aufkommt, dass wir uns hängen lassen.

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